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Lufthansa Cargo beschleunigt den Abschied von der MD-11F

Schon Ende nächsten Jahres soll die MD-11F aus der Flotte der Lufthansa Cargo verschwunden sein. Anstelle des dreistrahligen Frachters wird die LH Cargo dann ausschließlich die Boeing 777F betreiben, von der sie zwei weitere Exemplare als Neuflugzeuge bestellt hat.

7.11.2019

Die Lufthansa Cargo hat angekündigt, die MD-11F weniger einsetzen zu wollen und deren Ausmusterung zu beschleunigen. Als Ersatz werden zusätzliche Boeing 777F gekauft. © Lufthansa Cargo

Die Überlegungen zur beschleunigten Ausmusterung der MD-11-Frachter bei der Lufthansa Cargo hat Aerobuzz.de bereits im Juli dieses Jahres veröffentlicht. Der Marktdruck durch Überkapazitäten und die Abschwächung der Weltkonjunktur sind bei der Luftfracht in diesem Jahr bereits spürbar. Nun werden die Gedankenspiele bei der Frachttochter der Deutsche Lufthansa AG in konkrete Taten umgesetzt. Sie hat angekündigt, zwei weitere neue Boeing 777F beim Hersteller zu kaufen. Die beiden Widebody-Frachter sollen noch 2020 geliefert und in Frankfurt stationiert werden. Die Bestellung wurde von der Lufthansa Group und dem Aufsichtsrat bereits abgesegnet, teilte Lufthansa Cargo heute mit.

Damit endet das Kapitel MD-11F bei der Lufthansa fünf Jahre früher als noch zu Jahresbeginn geplant. Bis Ende 2020 will die LH Cargo „voraussichtlich“ alle zehn verbliebenen Dreistrahler aus dem Verkehr genommen haben. Nach der Flottenerneuerung wird die Lufthansa Cargo über neun Boeing 777F verfügen. Damit ist die Flotte moderner, aber auch kleiner als bisher.

Kleinere Flotte, gleiche Kapazität

Peter Gerber, der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Cargo, begründete die beschleunigte Modernisierung: „Wir investieren in höchste Zuverlässigkeit und in erheblich weniger Emissionen. Die Modernisierung unserer Flotte ist der größte Zukunftsbeitrag, den wir kurzfristig leisten können. Wir verbinden die Verantwortung für unser Unternehmen mit unternehmerischer Verantwortung.“

Durch die höhere Frachtkapazität und Reichweite könne die gleiche Frachtleistung mit weniger Flugbewegungen erbracht werden. In Summe stehe den Kunden von Lufthansa Cargo zum Ende des Roll-Overs die gleiche Frachter-Kapazität zur Verfügung wie zu dessen Beginn, als die Flotte aus nicht weniger als 18 MD-11F bestand, so die Frachtfluggesellschaft. Neben der eigenen Flotte könne Lufthansa Cargo auch auf die Frachtkapazität von vier Boeing 777F der AeroLogic – eines Joint-Ventures mit der DHL – zurückgreifen.

Die MD-11F wird bei Lufthansa Cargo bis Ende 2020 ausgeflottet. © Volker K. Thomalla

Die MD-11F hatte Lufthansa Cargo 1998 in Betrieb genommen. Sie löste bis 2005 die vierstrahligen Jumbo-Frachter ab. Zur Flotte der Lufthansa Cargo gehörte mit der D-ALCN auch die letzte jemals gebaute MD-11. Die zweistrahlige Boeing 777F sei nochmals um rund 20 Prozent effizienter und stoße weniger CO2 aus als die MD-11F, so das Unternehmen. Zudem erfülle die Boeing 777F beim Lärmschutz die strengen Anforderungen des ICAO Annex 16, Volume I, Chapter 14.

Lufthansa Cargo vermarktet neben der eigenen Flotte auch die Beiladekapazitäten der Deutschen Lufthansa, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings und SunExpress. Insgesamt werde rund die Hälfte der Fracht in Frachträumen von Passagierflugzeugen befördert.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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