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Lufthansa Group: Aus für die Langstrecken von Eurowings

Das Experiment "Langstreckenflüge" bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ist gescheitert. Die Fluggesellschaft ist zwar in den letzten Jahren enorm schnell gewachsen, aber sie arbeitet trotz eines großen Umsatzsprungs nicht profitabel. Das soll sich durch einschneidende Maßnahmen nun ändern.

25.06.2019

Der Lufthansa-Vorstand hat die Aktionäre am 24. Juni 2019 über eine Änderung der strategischen Ausrichtung unterrichtet. © V. K. Thomalla

Der Lufthansa-Vorstand hat gestern im Rahmen eines so genannten Kapitalmarkttages Investoren und Analysten über eine gravierende Änderung ihrer bisherigen Strategie informiert. Die Lufthansa-Tochter Eurowings, die nach der Pleite der Air Berlin massiv ausgebaut worden ist und auch Langstrecken in erheblichem Maße übernommen hat, fliegt bislang nicht in der Gewinnzone. Das will der Vorstand der Lufthansa Group nun mit einschneidenden Maßnahmen ändern.

Eurowings soll Kurzstrecken bedienen

Die Eurowings soll sich „künftig klar auf Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt-Verkehr fokussieren“. Mit anderen Worten: Die Airline wird ihre Langstreckenflüge, die sie gerade erst in Düsseldorf zusammengeführt hat, wieder aufgeben. Die Langstreckenflüge würden in die kommerzielle Verantwortung der Netzwerkorganisation verlagert, hieß es vom LH-Vorstand. Die Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group, also Lufthansa, Swiss und Austrian, werden wohl die Langstrecken und die Großraumflugzeuge der Eurowings übernehmen.

Die Integration der Brussels Airlines, die eigentlich zu Eurowings kommen sollte, wurde abgeblasen. Sie wird stattdessen näher an die Netzwerk-Airlines unter der Leitung von Harry Hohmeister herangerückt.

Die bisher noch unter eigenem AOC fliegenden Flugbetriebe der Eurowings werden in das AOC der Eurowings integriert. © V. K. Thomalla

Außerdem werde die Zahl der Eurowings-Flugbetriebe in Deutschland auf ein AOC reduziert und die Flotte auf Flugzeuge der Airbus A320-Familie vereinheitlicht und modernisiert. Der Eurowings-Hauptgeschäftsführer Thorsten Dirks hat klare Vorgaben ins Aufgabenheft geschrieben bekommen. Die Stückkosten sollen bei Eurowings bis 2022 um 15 Prozent sinken, um damit schnellstmöglich den Turnaround bei der Billigtocher zu schaffen. Als Zieldatum nannte der Lufthansa-Chef Carsten Spohr 2021 – zuvor war noch 2019 als das Jahr genannt worden, in dem Eurowings im operativen Bereich profitabel werden solle.

Der Thomas Cook Konzern hat seine Fluggesellschaften inklusive der Condor zum Verkauf angeboten. Die Lufthansa hat zwar ein Angebot abgegeben, sieht aber wenig Chancen, auch zum Zug zu kommen. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir den Zuschlag für Condor erhalten“, sagte Lufthansas Finanzchef Ulrik Svensson gegenüber Analysten und Investoren.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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