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Lufthansa-Gruppe beförderte 2017 über 130 Millionen Passagiere

Die Airlines der Lufthansa-Gruppe haben im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Passagieren befördert und die Attacken der Billigfluggesellschaften gut pariert. Die Pleite der Air Berlin hat der Kranich-Airline nach einem goldenen November auch einen goldenen Dezember beschert.

21.01.2018

Die Lufthansa hatte im Jahr 2017 ihre A350-Flotte auf sechs Flugzeuge vergrößert. © Patrick Kuschfeld/Lufthansa

Eine zweistellige Steigerung der Passagierzahlen ist auch in Zeiten des stürmischsten Airline-Wachstums eine Ausnahme. Trotzdem haben die Airlines der Lufthansa-Gruppe genau dies im Dezember 2017 geschafft. 9,3 Millionen Passagiere beziehungsweise 19,9 Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahresmonat nutzten die Fluggesellschaften der Lufthansa Group. Insgesamt haben die Airlines der Lufthansa-Gruppe 2017 damit rund 130 Millionen Fluggäste transportiert und einen neuen Passagierrekord erreicht. Die Auslastung der Flugzeuge war auf den 1,1 Millionen Flügen des abgelaufenen Jahres mit einem Sitzladefaktor von 80,9 Prozent so gut wie nie zuvor.

Zu den Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe gehören neben der Lufthansa selbst auch die  Swiss, Austrian Airlines, Eurowings, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti.

Insolvenz der Air Berlin trug zum Ergebnis bei

Wachstumstreiber bei den Passagierzahlen sowohl im November als auch Dezember war vor allem die Insolvenz der Air Berlin. Lufthansa, Austrian und Swiss setzten in November und Dezember wegen der ausgefallenen Kapazitäten der Air Berlin sogar Großraumflugzeuge auf Strecken ein, auf denen normalerweise nur Standardrumpf-Flugzeuge fliegen wie etwa Frankfurt – Berlin.

Im Dezember hatte die Lufthansa Group ihre angebotene Kapazität (gemessen in angebotenen Sitzkilometer) um 14,2 Prozent über dem Vorjahr ausgeweitet. Diese Kapazität konnte sie gut am Markt platzieren und den Absatz um 15,9 Prozent steigern. Daraus ergibt sich ein Sitzladefaktor, der mit 78,9 Prozent um 1,1 Prozentpunkte höher ausfiel als im Dezember 2016.

Lufthansa erhielt 2017 als einzige europäische Airline, fünf Sterne der Skytrax-Organisation. © Lufthansa

Auch das Frachtgeschäft zeigte sich im letzten Monat des Jahres 2017 wieder erstarkt. Das Frachtangebot lag nach Unternehmensangaben im Dezember um 6,6 Prozent über dem Vorjahr, und die abgesetzten Tonnenkilometer um 5,8 Prozent über den Vorjahreswerten. Daraus ergab sich ein leicht niedrigerer Nutzladefaktor. Für das Gesamtjahr 2017 wuchs die Nachfrage nach Luftfracht schneller als das Angebot, so dass die Airlines der Gruppe ein um 2,7 Prozentpunkte höheren Nutzladefaktor melden konnten als im Jahr zuvor.

Hohe operationelle Flexibilität

Bezeichnend für die operationelle Flexibilität, die die Lufthansa-Gruppe auszeichnet, sind die Zahlen für den Kurzstreckenverkehr: Im Dezember schnellten die angebotenen Sitzkilometer auf der Kurzstrecke fast explosionsartig um 77,7 Prozent in die Höhe, während die verkauften Sitzkilometer im gleichen Zeitraum um 90,1 Prozent stiegen. Daraus erreichten diese Flüge einen um 5,0 Prozentpunkte höheren Sitzladefaktor als im Dezember 2016 von 77,0 Prozent. Im Vergleich dazu ging der Sitzladefaktor auf der Langstrecke im selben Zeitraum um 5,7 Prozentpunkte auf 82,7 Prozent zurück. Hier stand einem um 170,1 Prozent erhöhten Angebot ein um 152,8 Prozent gestiegener Absatz gegenüber.

Die Airlines der Lufthansa Group setzten auch 2017 ihre Flottenumbauten auf modernere und treibstoffeffizientere Flugzeug fort. Die Swiss musterte in diesem Jahr die Avro RJs aus und ersetzte sie durch die Bombardier C Series, während die Lufthansa selbst ihre Airbus A320neo- und A350-Flotte ausbaute. Auch bei Brussels Airlines ging die Ära des Avro RJ zu Ende.
Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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