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Lufthansa wandelt Bestellungen für die 777X in Optionen um

Die Lufthansa hat reinen Tisch gemacht und 14 Bestellungen für die 777X offiziell in Optionen zurückgestuft. Der Aufsichtsrat hatte bislang keine Freigabe für die Orders erteilt, so dass das Auftragsbuch von Boeing durch diese Entscheidung nicht verändert wird. 

10.11.2019

Die Boeing 777-9 wird das größte zweistrahlige Flugzeug in der Flotte der Lufthansa sein. © Lufthansa

Normalerweise ist es umgekehrt: Kunden wandeln Optionen für Flugzeuge in feste Bestellungen um. Die Lufthansa ist nun bei der Boeing 777X den umgekehrten Weg gegangen. Sie hat 14 ihrer 34 Bestellungen in Optionen zurückgestuft. Als Begründung schrieb der Carrier in seinem Bericht für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres: „Im dritten Quartal 2019 wurden im Rahmen von neuen Flugzeugbestellungen die 14 B777-Bestellungen vertraglich in Optionen umgewandelt, für die zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr hinreichend sicher ist, ob diese zukünftig ausgeübt werden.“ 

Von Januar bis September 2019 stiegen die Umsatzerlöse der Lufthansa Group um 3 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 26,9 Milliarden Euro. Allerdings waren die Kosten schneller gestiegen als die Erlöse. Konzernweit betrug der Anstieg der Treibstoffkosten in den ersten drei Quartalen beispielsweise 620 Millionen Euro. Das Adjusted EBIT ging deshalb um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, im Vorjahr lag es in den ersten neuen Monaten noch bei 2,5 Milliarden Euro. Die Adjusted EBIT-Marge sank dementsprechend von 9,1 Prozent im Vorjahr auf 6,2 Prozent. Das Konzernergebnis ging in den ersten drei Quartalen um 800 Millionen Euro auf 1 Milliarde Euro zurück.

Lufthansa ist einer der Erstkunden der 777X

Für das Boeing-Auftragsbuch bedeutet die Umwandlung erst einmal keine Änderung, denn obwohl die Lufthansa die 34 Boeing 777-9 im Jahr 2013 als eine der ersten Fluggesellschaften weltweit als Ersatz für die Boeing 747-400 bestellt hatte, hatte der Aufsichtsrat bis zuletzt nur die Mittel für die Beschaffung von 20 Exemplaren dieses Musters genehmigt. Deswegen standen immer nur 20 dieser Riesen-Twins als feste Bestellungen im Auftragsbuch des Herstellers.

Der Erstflug der 777-9 hätte eigentlich schon im Sommer dieses Jahres stattfinden sollen, aber Probleme mit dem GE9X, dem exklusiven Antrieb dieses Großraumflugzeugs, hatten Boeing gezwungen, den Jungfernflug ins nächste Jahr zu verschieben. GE Aviation hatte bei Test entdeckt, dass ein Teil am Verdichter schneller verschliss als berechnet. Dieses Teil musste modifiziert werden. Boeing hat mittlerweile sieben Testflugzeuge fertig gestellt, die auf den Beginn der Flugerprobung warten.

Die neue Business Class an Bord der Boeing 777-9 der Lufthansa. © Lufthansa

Lufthansa hatte ihre erste 777-9 eigentlich im Sommer 2020 in Dienst stellen wollen und dabei auch eine neue Business Class präsentieren wollen. Nun wird es wohl 2021, bevor die 777X in der Kranich-Lackierung ihren Dienst antritt.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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