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Qantas fliegt mit der Boeing 787-9 von New York nach Sydney

Qantas prüft derzeit im Rahmen des Projekts Sunrise, ob es machbar und sinnvoll ist, Ultralangstreckenflüge wie London–Sydney oder New York–Sydney durchzuführen. Dazu nutzt die Airline drei ausstehende Boeing 787-9-Auslieferungen, um diese Strecken probehalber zu befliegen. Die Crews und ausgewählte Passagiere werden dabei medizinisch überwacht.

23.08.2019

Diese Boeing 787-9 der Qantas flog am 24. März 2018 als erstes Flugzeug im Liniendienst nonstop von Australien nach Europa. © Qantas

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat angekündigt, drei Auslieferungsflüge von Boeing 787-9 Dreamliner in diesem Jahr zu nutzen, um Forschern die Möglichkeit zu geben, Daten über die Auswirkungen von Ultralangstreckenflügen zu sammeln. Die Flüge sollen im Oktober, November und Dezember dieses Jahres stattfinden.

Qantas will im Rahmen seines Projekts Sunrise in eine neue Dimension von Ultralangstreckenflügen vorstoßen und Nonstop-Flüge wie beispielsweise Sydney–London oder Sydney–New York anbieten. Dazu wird die Airline die Ferryflüge von drei Dreamlinern vom Boeing-Werk in Everett im US-Bundesstaat Washington nicht als Leerflüge durchführen, sondern jeweils 40 Menschen an Bord transportieren. Bei den Insassen wird es sich in erster Linie um Mitarbeiter von Qantas handeln. Die Airline wird die Flüge umleiten, um von London und von New York nach Sydney zu fliegen. Die Distanz zwischen New York und Sydney beträgt 8.484 nautische Meilen (15.714 Kilometer), zwischen London und Sydney sogar 9.190 nautische Meilen (17.021 Kilometer).

Emissionen werden komplett kompensiert

Ohne reduzierte Zuladung ist die Strecke auch für die Boeing 787-9 nicht zu schaffen. Die voraussichtliche Flugzeit beträgt jeweils rund 19 Stunden. Qantas wird alle drei Flüge komplett im Rahmen von CO2-Offset-Programmen kompensieren.

„Das Befliegen von Ultralangstrecken wirft viele Fragen in Bezug auf das Wohlbefinden von Besatzungsmitgliedern und Passagieren auf“, sagte Alan Joyce, der Hauptgeschäftsführer (CEO) der Qantas Group bei der Vorstellung des Projekts in Sydney. „Diese Flüge werden unschätzbare Daten liefern, um diese Fragen zu beantworten. Ein Schlüssel würden Erfolg von solchen Flügen für die Passagiere besteht darin, den Jetlag zu reduzieren und eine Umgebung zu schaffen, in der sie sich auf einen erholsamen und angenehmen Flug freuen. Für die Besatzung geht es darum, mit Hilfe wissenschaftlicher Forschung die besten Möglichkeiten zu finden, um die Aufmerksamkeit während der Dienstzeit zu erhalten und ihre Ruhezeiten auf diesen Flügen zu maximieren. Nonstop-Flüge von der australischen Ostküste nach London und New York sind wirklich die letzte Grenze in der Luftfahrt. Daher sind wir entschlossen, alle erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, diese Flüge korrekt und erfolgreich durchzuführen.“

Captain Lisa Norman und Qantas CEO Alan Joyce im Cockpit einer Boeing 787-9. © Qantas

In Sydney stellte Alan Joyce Captain Lisa Norman vor, die diese Ultralangstreckenflüge fliegen wird. Forscher der Monash University werden vor, während und nach den Flügen die Menge des Hormons Melatonin der Crew messen. Melatonin steuert den Tag-Nach-Rhythmus des Menschen. Außerdem werden die Piloten auf dem Flug regelmäßig einem Elektro-Enzephalogramm (EEG) unterzogen. Die Forscher wollen dadurch die Ruhezeiten der Crew optimieren. Die Forschungsergebnisse wird Qantas mit der zivilen Luftfahrtbehörde des Landes teilen.

„Bisher hat noch keine Fluggesellschaft diese Forschungen durchgeführt“, sagte Alan Joyce. „Wir werden die Ergebnisse nutzen, um das Kabinendesign, den Bordservice und die Dienstpläne der Besatzungsmitglieder für das Projekt Sunrise zu gestalten. Wir werden auch prüfen, wie wir damit unsere bestehenden Langstreckenflüge verbessern können.“

Qantas betont, dass eine endgültige Entscheidung über das Projekt Sunrise, also die Aufnahme der Linienflüge auf Ultralangstrecken noch nicht gefallen sei. Dazu müssten noch weitere Faktoren geklärt werden, wie die Wirtschaftlichkeit der Strecken, die behördlichen Genehmigungen sowie industrielle Vereinbarungen. Die Airline will die Entscheidung aber im Dezember dieses Jahres treffen. Sowohl Boeing als auch Airbus hätten mit der 777X als auch dem Airbus A350 XWB Flugzeuge angeboten, die in der Lage sind, mit einer wirtschaftlich tragbaren Zuladung die angestrebten Flüge im Rahmen des Projekts Sunrise durchzuführen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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