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Ryanair kappt den Flugplan auf dem Hahn weiter

Harte Zeiten für den Flughafen Hahn: Der größte Kunde des Airports, die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, wird zum Winterflugplan 2019/2020 sein Angebot noch weiter ausdünnen. Ein deutlicher Einbruch bei den Passagierzahlen scheint damit unausweichlich.

2.05.2019

Stopp: Ryanair reduziert ihr Engagement am Flughafen Frankfurt Hahn und verlegt Strecken nach Frankfurt/Main. © Frankfurt Hahn Airport

Wird der Flughafen Hahn im Hunsrück nun zu einer heißen Kartoffel für die irische Billigfluggesellschaft Ryanair? Nachdem der Flughafenbetreiber den Iren von Anbeginn an einen Roten Teppich ausgerollt hat – indem er beispielsweise eine Entgeltordnung aufgestellt hat, die Billigfluggesellschaften großenteils von Landegebühren befreit – streicht Ryanair nun zum Winterflugplan 2019/2020 die ab Hahn angebotenen Flüge auf nur nur 16 Destinationen deutlich zusammen. Im Flugplan 2018/2019 waren es noch 29 Flugstrecken, die Ryanair ab „Frankfurt Hahn“, so die offizielle Bezeichnung des Airports, angeboten hatte.

Anfang April hatte Ryanair noch 20-jähriges Jubiläum am Flughafen Hahn gefeiert und mitgeteilt, dass man seit 1999 über 46,5 Millionen Passagiere von/nach Frankfurt/Hahn befördert habe. Chiara Ravara, Sales & Marketing Executive von Ryanair, hatte anlässlich des Jubiläums der Iren am Airport noch gesagt: „Wir freuen uns, unser 20-jähriges Bestehen am Flughafen Frankfurt-Hahn zu feiern, wo wir als größte Fluggesellschaft seit 1999 über 46,5 Millionen Kunden befördert haben. Wir freuen uns auch, zwei neue Routen nach Kiew und Palermo für den Winter 2019 mit insgesamt 16 Winterrouten und 26 Routen für den Sommer 2019 bekannt zu geben, die dazu beitragen werden, in diesem Jahr 1 Million Kunden über den Flughafen zu befördern.“

Ryanair hat ihre Strategie geändert

Ryanair begründet die Streckenstreichungen mit hohen Steuern und einer geringen Nutzung. Die vom Land und Bund erhobenen Steuern seien ein Vielfaches der Flughafengebühren und beeinträchtigten die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens. Tatsächlich hat die Airline aber ihre Strategie geändert und setzt vermehrt auf Geschäftsreisende als auf Privatreisende. Deshalb fliegen die Boeing 737 der Airline auch stadtnahe Flughäfen wie Frankfurt/Main oder Berlin-Tegel an und nicht mehr nur abgelegene Airports.

Durch diese Reduzierung des Angebotes wird es – da muss man keine hellseherischen Talente besitzen – zu einem deutlichen Rückgang der Passagierzahlen am Hunsrück-Airport kommen. 2018 hatten noch 2.092.868 Passagiere den Flughafen genutzt, das war bereits ein Rückgang von 15,7 Prozent im Vergleich zu 2017. 2008 hatte der Hahn Airport über 3,9 Millionen Passagiere zählen können.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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