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Ryanair steigert Gewinn auf 1,45 Milliarden Euro

Der irische Low Cost Carrier Ryanair hat seine Bilanz des Geschäftsjahres 2017/18 vorgelegt. Sie belegt die führende Position der irischen Airline in Europa. Trotz spektakulärer Wachstumsprognosen verheimlicht Ryanair-Chef Michael O'Leary seine Sorgen um die nächsten zwei Jahre nicht, denn Ölpreis, sozialen Herausforderungen und Brexit haben einen explosiven Cocktail entstehen lassen.

24.05.2018

Ryanair betreibt die größte Boeing 737-Flotte in Europa. © Boeing

Im Geschäftsjahr 2017/18, das bei Ryanair vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 ging, hat der irische Low Cost Carrier einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies ist eine Steigerung um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz ist um acht Prozent auf 7,151 Milliarden Euro gestiegen. Die Netto-Marge blieb stabil bei 20 Prozent. Man kann wirklich nicht behaupten, dass in der Luftfahrt kein Geld zu verdienen ist.

130,3 Millionen Passagiere

In den zwölf Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 hat Ryanair 130,3 Millionen Passagiere befördert, das ist eine Steigerung um 9 Prozent zum Vorjahr. Die Auslastung betrug 95 Prozent und lag damit einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Ryanair hat auch im vergangenen Jahr seine durchschnittlichen Ticketpreise weiter gesenkt. Er ist um 3 Prozent auf 39,40 Euro gesunken.

Zwischen dem 1. April 2017 und dem 31. März 2018 haben die Iren 260 neue Strecken eingerichtet und vier neue Basen eröffnet. Derzeit umfasst das Ryanair-Netz 1.820 Strecken zwischen 216 Flugplätzen, von denen 86 Basen sind, auf denen die Airline Flugzeuge stationiert hat.

2017/18 hat Ryanair 50 neue Boeing 737-800NG in Empfang genommen. Am 31. März 2018 bestand die Flotte des Carriers aus 430 Flugzeugen. Die erste Boeing 737 MAX200 soll im April 2019 ausgeliefert werden, berichtet der Carrier. Von dem Muster hat das Unternehmen 135 Exemplare fest bestellt und 75 Optionen gezeichnet. Die 737 MAX200 bietet vier Prozent mehr Sitzplätze an Bord bei einem um 16 Prozent niedrigerem Treibstoffverbrauch. Das neue Muster ist wichtig für Ryanair, um die Produktionskosten und vor allem die Treibstoffrechnungen niedrig zu halten. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die Airline trotz einer als solide angesehenen Absicherung eine Erhöhung der Treibstoffkosten um mehr als 400 Millionen Euro.

Ölpreis und Personalkosten steigen

Neben dem steigenden Ölpreis rechnet Ryanair auch damit, dass die Personalkosten im laufenden Jahr um 200 Millionen Euro steigen werden. Bei den Auseinandersetzungen mit den Piloten im Herbst 2017, die zu deutlichen Lohnerhöhungen führten, bremsten Streiks den Verkehr an einigen Ryanair-Stützpunkten.

Auch die Folgen des Brexit beunruhigen die irische Fluggesellschaft. Angesetzt dieses Gegenwindes erwartet Ryanair für das Jahr 2019 einen Gewinnrückgang auf 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro. Die Passagierzahl soll bei einer gleichbleibenden Auslastung von 95 Prozent auf 139 Millionen steigen.

In den kommenden Jahren will sich der europäische Marktführer weiter auf Wachstumskurs bewegen. Nach heutiger Planung will der Carrier 2024 eine Flotte von 600 Flugzeugen betreiben. Im Geschäftsjahr 2024 sollen erstmalig 200 Millionen Fluggäste mit Ryanair fliegen

Gil Roy

 

 

 

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Über Gil Roy

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Gil Roy hat Aerobuzz.fr 2009 gegründet. Er arbeitet seit 1981 hauptberuflich als Journalist. Sein Fachwissen in den Bereichen Allgemeine Luftfahrt, Luftverkehr und Nachhaltigkeit der Mobilität lassen ihn häufig als Autor in verschiedenen Fachpublikationen, aber auch in allgemeinen Medien (Air & Kosmos, l'Express, Aviasport...) erscheinen. Er ist Chefredakteur von Aerobuzz und Autor von sieben Büchern. Gil Roy hat den Literaturpreis des Aéro-Club de France erhalten und ist Träger der Médaille de l'Aéronautique.

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