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SkyWork Airlines hat ihren Flugbetrieb eingestellt

Die Schweizer Regionalfluggesellschaft SkyWork Airlines ist insolvent und hat den Weg zum Konkursrichter angetreten. Sie hat heute nach der letzten planmäßigen Landung des Tages ihren Flugbetrieb eingestellt. Für den Flughafen Bern-Belp ist diese Pleite ein herber Schlag, denn die SkyWork Airlines war größter Kunde des Airports.

30.08.2018

Die Flotte der SkyWork Airlines bestand zuletzt aus sechs Saab 2000. © SkyWork Airlines

Wieder ist eine Schweizer Regionalfluggesellschaft vom Himmel verschwunden. Nach der Baboo Airlines und der daraus entstandenen Darwin Airlines (der späteren Etihad Regional) hat heute auch die aus Bern heraus operierende SkyWork Airlines die Segel gestrichen. Nach der Landung des letzten Fluges aus Hamburg in Bern hat das Management der Airline die Mitarbeiter und alle betroffenen Reisenden in Absprache mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) darüber informiert, dass sie den Flugbetrieb eingestellt habe. Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Partner seien die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben, den Betrieb weiterzuführen.

Freiwilliger Konkurs der Airline

Als Konsequenz gebe SkyWork Airlines die Betriebsbewilligung freiwillig an das BAZL zurück. Die Firma müsse auf Basis des Obligationenrechts wegen Überschuldung den Konkursrichter benachrichtigen. Die weiteren Schritte lägen nun beim Richter, teilte das Unternehmen mit. „Mit der Stilllegung von SkyWork Airlines verabschiedet sich die letzte echte Schweizer Linienfluggesellschaft vom Himmel“, schreibt die Airline wehmütig. Allerdings hat sich die finanzielle Schieflage des Unternehmens schon seit einigen Monaten angekündigt. Bereits im Frühjahr war die Fluglinie knapp an der Zahlungsunfähigkeit vorbeigeschrammt.

Rund 11.000 Reisende mit bereits bezahlten SkyWork-Tickets sind von der Zahlungsunfähigkeit des 1983 gegründeten Unternehmens betroffen. Das BAZL hat für die betroffenen Fluggäste Informationen auf seiner Website zusammengestellt.

Für den Flughafen Bern-Belp ist die Pleite der SkyWork Airlines ein großer Verlust, auch wenn sie ihn nicht überraschend getroffen hat. Die Fluggesellschaft hat rund 60 Prozent aller Flüge von und nach Bern durchgeführt und fast 80 Prozent aller Passagiere auf dem Airport befördert. Der Flughafen bedauerte die Betriebseinstellung bei seinem größten Kunden. Das Airport-Mangement dankte in einer Mitteilung den Investoren, dem Management und den Mitarbeitenden für deren Engagement. Die Airline habe einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass sich der Luftverkehr von und nach Bern mit einem breiten Streckennetz und steigenden Passagierzahlen entwickelt habe. Dass die Nachfrage nach einem Angebot von Linien- und Charterstrecken vorhanden sei, hätten die letzten Jahre gezeigt, schreibt die Flughafengesellschaft. Im Einzugsgebiet des Flughafens lebten rund drei Millionen Einwohner und wirkten rund 4.000 Unternehmen. Das jährliche Passagieraufkommen habe schon knapp 300.000 Fluggäste erreicht. Der Flughafen habe die Akquisitionsbestrebungen bei Fluggesellschaften intensiviert, um möglichst zeitnah die nachfragestärksten Destinationen im Streckennetz von und nach Bern zu erhalten.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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