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UAC feiert das Roll-out der dritten MC-21-300 in Irkutsk

Das Programm des russischen Airbus A320- und Boeing 737-Wettbewerbers MC-21 nimmt Fahrt auf. Nun hat der Hersteller das dritte fliegende Exemplar fertiggestellt und mit der Fertigung des ersten Kundenflugzeugs in seinem Werk im sibirischen Irkutsk begonnen. 

27.12.2018

Der dritte Prototyp der MC-21-300 hat am 25. Dezember 2018 die Endmontagehalle verlassen. © UAC

Der russische Luftfahrtkonzern United Aircraft Corporation (UAC) hat am 25. Dezember 2018 den dritten fliegenden Prototyp des Narrowbodies MC-21-300 in Irkutsk nach Abschluss der Endmontage aus der Halle gezogen. Damit ging die Verantwortung für das Flugzeug von der Montage- auf die Flugerprobungsabteilung des Irkut-Werkes über. Die Irkut Corporation ist eine Tochtergesellschaft von UAC und betreibt das Werk in Irkutsk in Sibirien.

MC-21-300:

Der erste Prototyp des von zwei PW1400G PurePower-Getriebefans angetriebenen Single-Aisle-Verkehrsflugzeugs war am 28. Mai 2017 geflogen, der zweite Prototyp folgte am 12. Mai 2018, während eine weitere MC-21-300 derzeit beim renommierten Luftfahrt-Forschungsinstitut TsAGI in Moskau für die statischen Versuche verwendet wird. Dieses Exemplar wird allerdings nie fliegen, es wird künftig für Lebensdauertests verwendet. Die Irkut Corporation plant, insgesamt fünf fliegende Prototypen des Musters in das Flugerprobungs- und Zulassungsprogramm einzubinden. Die Flugerprobung findet beim Flugtest-Institut M. M. Gromow in Schukowski, südöstlich von Moskau, statt.

Der Hersteller hat mit der Fertigung der ersten Teile und Komponenten für das erste Kundenflugzeug begonnen und endmontiert bereits den vierten fliegenden Prototyp. Juri Slusar, der Präsident von UAC und der Irkut Corporation, sagte, der Hochlauf der Serienproduktion sei die Hauptaufgabe für das kommende Jahr.

UAC strebt die Zulassung für 2019 an

Die MC-21 ist von Anfang an als Flugzeugfamilie und als Wettbewerber für die Airbus A320neo- sowie die Boeing 737 MAX-Familie ausgelegt. Die MC-21-300 fasst in einer Standard-Zweiklassenkonfiguration 163 Passagiere. Bei dichtester Bestuhlung kann sie bis zu 211 Fluggäste transportieren. Ihre Reichweite gibt der Hersteller mit 3.239 nautischen Meilen (6.000 Kilometer) an. Als zweites Muster innerhalb der Familie soll die kleinere MC-21-200 entstehen, die eine typische Kapazität von 132 Fluggästen aufweist. Ihre maximale Reichweite soll 3.455 nautische Meilen (6.400 Kilometer) betragen.

Bei der MC-21 arbeitet die russische Luftfahrtindustrie mit mehreren westlichen Zulieferern zusammen. Den größten Programmanteil hat der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney, aber auch Collins Aerospace ist mit an Bord, beispielsweise als Zulieferer für Anti-Eis-Systeme der Tragflächen, der Ruderansteuerung und des Trim Control Panels. Meggitt Aircraft Braking Systems liefert die Kohlelager-Bremsen, der zur französischen Zodiac-Gruppe gehörende Hersteller Intertechnique das Treibstoffsystem, während UTC Aerospace Systems die Active Sidesticks herstellt. Die MC-21 ist das erste Verkehrsflugzeug, dass diese Art der Flugsteuerung verwendet.

Neben dem Pratt & Whitney-Triebwerk können Kunden auch den Aviadvigatel PD-14-Turbofan des russischen Herstellers United Engine Corporation (UEC) als Antrieb wählen. Die United Aircraft Corporation will die MC-21-300 als erstes Muster im Laufe des nächsten Jahres zulassen. Die EASA-Zertifizierung strebt der Hersteller für 2020 an.

„Wir können voller Vertrauen sagen, dass 2018 ein sehr produktives Jahr für unsere Luftfahrt-Industrie war“, sagte Denis Manturow, der Industrie- und Handelsminister der Russischen Föderation. „Die Endmontage von weiteren Exemplaren und die Zulassungstests mit den ersten Flugzeugen bestätigen, dass sich das MC-21-Programm weiter gut entwickelt.“

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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