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257 Tote bei Flugzeugabsturz in Algerien

In Algerien sind beim Absturz eines militärischen Transportflugzeugs nach Angaben des algerischen Verteidigungsministeriums 257 Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte beim Start von der Basis Boufarik ab. Die hohe Opferzahl macht das Unglück zum schwersten in der Geschichte Afrikas.

11.04.2018

Von der abgestürzten Il-76 sind nur Teile des Höhenleitwerks und des Cockpits erkennbar. © Algerie24

Algerien wurde heute von einem schweren Flugzeugunglück erschüttert. Gegen 07.50 Uhr Ortszeit stürzte eine vierstrahlige Iljuschin Il-76 der algerischen Streitkräfte direkt nach dem Start vom Stützpunkt Boufarik, rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Algier, ab. Das Flugzeug stürzte noch innerhalb des Fliegerhorst-Geländes auf eine landwirtschaftlich genutzte Fläche und brannte komplett aus.

247 Passagiere an Bord der Il-76

Nach Angaben des algerischen Verteidigunsgministeriums (Ministère de la Defense Nationale) sind neben zehn Besatzungsmitgliedern auch 247 Passagiere des Flugzeugs bei dem Absturz getötet worden. Bei den Insassen hat es sich nach Angaben des Ministeriums um Soldaten sowie deren Angehörige gehandelt. Bergungsmannschaften bringen die sterblichen Überreste der Opfer zur Identifizierung in das Militärkrankenhaus Ain Naâdja.

Fotos des algerischen Nachrichtensenders Algerie24 zeigen ein auf der Seite liegendes, verbranntes Wrack, von dem nur noch das linke Höhenleitwerk erkennbar ist.

Die Il-76 sollte von Boufarik aus mit einer Zwischenlandung im 700 Kilometer entfernten Béchar Boudghene Ben Ali Lotfi Airport zum Stützpunkt Tindouf im Westen des Landes fliegen. Die Entfernung zwischen Béchar und Tindouf beträgt rund 900 Kilometer. Die hohe Zahl der Opfer, die vom algerischen Verteidigungsministerium genannt wird, überrascht, denn die Il-76 ist für den Transport von bis zu 125 Fallschirmjägern oder 140 Passagieren ausgelegt. Die algerischen Streitkräfte haben neun Iljuschin Il-76TD und drei Il-76MD in ihrer Flotte. Die Transportflieger des Landes sind in Boufarik stationiert. Die einzige Start- und Landebahn des Flugplatzes ist 3.622 Meter lang. Die Temperatur in der Region betrug zum Unglückszeitpunkt nach Angaben des nationalen Wetterdienstes 12 Grad Celsius.

Details zum Unfallhergang will das Ministerium mitteilen, sobald Erkenntnisse dazu vorliegen.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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