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Die Patrouille Suisse flog ihre Show über falschem Ort

Der Schweizer Kunstflugformation Patrouille Suisse ist am vergangenen Samstag ein peinlicher Fehler unterlaufen: Die sechs Northrop F-5E Tiger II absolvierten ihr Programm über dem falschen Ort.

8.07.2019

Spiegelflug von zwei F-5E Tiger II der Patrouille Suisse. © Bob Fischer

Die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse hat am vergangenen Samstag eine Flugvorführung statt in Langenbruck im Kanton Basel-Landschaft über dem sechs Kilometer weiter westlich gelegenen Ort Mümliswil-Ramiswil geflogen, wo ein großes Volksfest stattfand. Der Leader des Team war durch einen Hubschrauber, der in die Sperrzone über Langenbruck eingeflogen war, abgelenkt und hatte dann aus einer Kurve heraus ein großes Festzelt gesehen. Daraufhin glaubte er, über dem richtigen Ort zu sein.

Das Team befand sich zu diesem Zeitpunkt aber über dem Nordwestschweizerischen Jodlerfest und nicht über dem Festakt anlässlich des 100. Todestages des Schweizer Luftfahrtpioniers Oskar Bider in Langenbruck, wo die Teilnehmer auf die Formation warteten. Über dem Festakt war kein vollständiges Showprogramm vorgesehen. Lediglich mehrere Überflüge in verschiedenen Formationen waren geplant. Deshalb gab es auch keinen Kommentator am Boden und es bestand auch keine Funkverbindung aus Langenbruck zu den Jets.

Kein GPS an Bord der Tiger

Die F-5E Tiger der Schweizer Luftwaffe sind nicht mit einem Satelliten-Navigationssystem ausgerüstet. Ein Sprecher der Armee wird in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) mit den Worten zitiert: „Navigiert wird mit Karte, Filzstift und auf Sicht.“ 

Gunnar Jansen (Call Sign „Gandalf“) der Leader der Formation, sagte in einem Interview mit dem Radiosender Radio 1, es sei natürlich ein extrem peinlicher Fehler. Es habe ihm für die Menschen in Langenbruck extrem leid getan. Er habe, wie es üblich ist, die Vorführung auf einer Karte mit dem Maßstab 1:100.000 vorbereitet. Er habe erst nach der Landung erfahren, dass sie am falschen Ort gewesen seien. Jansen nahm seine Staffelkameraden in Schutz. Sie müssten sich bei den Formationsflügen darum kümmern, die Formation zu halten, seine Aufgabe sei es unter anderem, zu navigieren. Man habe im Debriefing darüber gesprochen und festgelegt, dass künftig auch bei Überflügen ein Kommandant am Boden sein solle, der über Funk Kontakt zur Patrouille halten soll.

Der Leader der Patrouille Suisse ist nicht die erste Pilot, dem ein solches Missgeschick passiert: 2004 sollte ein strategischer Bomber vom Typ B-52 Stratofortress der US Air Force im Rahmen der Farnborough International Airshow der Flugplatz Farnborough überfliegen und flog aber stattdessen den acht Kilometer westlich gelegenen Flugplatz Blackbushe an.

Volker K. Thomalla

 

 

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