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Schwedische Piloten erhalten US Air Medal – nach 30 Jahren

Dass ausländische Piloten mir der Air Medal der USA ausgezeichnet worden, ist ungewöhnlich. Dass diese Ehrung aber über 30 Jahre nach dem Vorfall vollzogen wird, ist noch ungewöhnlicher, aber nachvollziehbar, wenn man die ganze Geschichte liest.

6.12.2018

Oberst Lars-Erik Blad, Major Roger Moller, Major Krister Sjober, und US Air Force Lt. Col. Tom Veltri neben einem Gemälde, das die Situation zeigt, warum sie ausgezeichnet worden sind: Sie begleiteten eine in Not geratene SR-71 im Juni 29, 1987 in Sicherheit. © US Air Force/Kelly O'Connor

Am 28. November erhielten vier ehemalige Piloten der schwedischen Flygvapnet in der US-Botschaft in Stockholm die US Air Medal verliehen für eine Tat, die bereits 31 Jahre zuvor passiert war. Aufgrund der Geheimhaltungsvorschriften während des Kalten Krieges durften die Details des Vorfalls aber erst nach 30 Jahren veröffentlicht werden. Und deshalb konnten die vier Piloten auch erst nach Ablauf der Geheimhaltungsfrist geehrt werden.

Baltic Express in Not

Am 29. Juni 1987 flog eine SR-71 eine Aufklärungsmission über der östlichen Ostsee, als eines der beiden Triebwerke ausfiel. Statt oberhalb von 70.000 Fuß – und damit außerhalb der Reichweite sowjetischer Jäger – zu fliegen, wie bei einem Routine-Einsatz, musste das ultraschnelle Flugzeug auf 25.000 Fuß sinken und kam damit in die Reichweite sowjetischer Jagdflugzeuge. Zwei schwedische Jagdflugzeuge Saab Viggen wurden von ihren Radar-Leitoffizieren zu der SR-71 geführt und begleiteten sie durch den schwedischen Luftraum in Richtung Dänemark. Sie verhinderten durch ihren Begleitschutz, dass der Aufklärer von sowjetischen Jägern angegriffen werden konnte. Die SR-71 landete rettete sich durch den dänischen Luftraum und landete auf dem Marineflieger-Stützpunkt in Nordholz, wurde repariert und flog Tage später zurück nach Großbritannien.

Der Zwischenfall ist auch deshalb bemerkenswert, weil Schweden eine klare Position der Neutralität im Kalten Krieg verfolgt hatte. Die Piloten gingen ein hohes persönliches Risiko ein, als sie der SR-71 Geleitschutz boten.

Die schwedischen Piloten, die nun ausgezeichnet wurden, waren: Oberst Lars-Erik Blad, Major Roger Moller, Major Krister Sjoberg und Leutnant Bo Ignell. Einer der beiden SR-71-Piloten, Lt. Col. Tom Veltri, sagte bei der Zermonie in der schwedischen Botschaft: „Ich kann diese Herren nicht genug loben. Ich bin so unendlich dankbar für das, was sie getan haben. Aber ich freue mich auch, dass ich ihnen nun hier persönlich danken kann. Was diese Männer getan haben, war einfach phänomenal!“

Volker K. Thomalla

 

 

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