Homepage » Militär - news » US Air Force testet Roboterpilot an Bord einer Cessna Stationair

Die US-Luftstreitkräfte haben im Rahmen ihrer Forschungen zum autonomen Fliegen einen Roboter ein einmotoriges Flugzeug fliegen lassen. Ziel der Arbeiten ist es, ein schnell zu installierendes Gerät zu entwickeln, das bei Bedarf einen Piloten im Cockpit ersetzt.

21.08.2019

Eine 1968 gebaute Cessna TU206C Turbo Stationair II dient dem Air Force Research Laboratory als Erprobungsträger für den Robopilot. © Air Force Research Laboratory

Die Forschungseinrichtung Air Force Research Laboratory (AFRL) der US Air Force hat in Zusammenarbeit mit der Firma DZNYE Technologies aus Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien einen Roboter ein einmotoriges Flugzeug fliegen lassen. Das mit dem passenden Namen Robopilot versehene Gerät wurde auf den vorderen Sitzen einer 1968 gebauten Cessna TU206C Turbo Stationair II installiert und absolvierte am 9. August dieses Jahres vom Stützpunkt Dugway Proving Ground im US-Bundesstaat Utah erfolgreich einen zweistündigen Flug.

Robopilot

Das AFRL kooperiert über das Programm CRI (Center for Rapid Innovation) Small Business Innovative Research mit kleinen und mittelständischen Firmen, die innovative technologische Ansätze verfolgen. Robopilot ist ein solcher Ansatz. Das Gerät ist nur mechanisch mit dem Flugzeug verbunden und arbeitet wie ein menschlicher Pilot. Es bewegt das Steuerhorn und die Ruderpedale, drückt die notwenigen Knöpfe und liest die Anzeigen der Instrumente ab, um den Flug vom Start bis zur Landung durchzuführen. Der Computer des Robopilot wertet die Anzeigen aus und steuert die mechanischen Eingaben des Gerätes. Ziel der Forschung ist es, einen Roboter-Piloten zu entwickeln, der mit geringem Aufwand in das Cockpit eines beliebigen Flugzeugs gesetzt werden kann, um einen menschlichen Piloten zu ersetzen. Das kann beispielsweise notwendig werden, um Überführungsflüge über lange Strecken durchzuführen.

Pilotensitz raus, Robopilot rein

Anstelle des Pilotensitzes bauen die Techniker Robopilot ein, und das Flugzeug kann fliegen. „Robopilot bietet uns die Vorteile eines unbemannten Flugbetriebs ohne die Komplexität und die damit verbundenen Kosten für die Entwicklung eines komplett neuen, unbemannten Fluggeräts aufbringen zu müssen“, erklärte Dr. Alok Das, Senior-Forscher beim CRI des AFRL in Dayton, im US-Bundesstaat Ohio. „Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein Flugzeug der Allgemeinen Luftfahrt wie eine Cessna oder eine Piper schnell und kostengünstig in ein unbemanntes Luftfahrzeug umwandeln, das eine Mission autonom durchführt und dann wieder in seine ursprüngliche bemannte Konfiguration zurückversetzt wird“, zeigte sich  Das begeistert. „Und all‘ dies erreichen wir, ohne das Flugzeug dauerhaft zu modifizieren.“

Vor dem ersten Flug in einem echten Flugzeug haben DZYNE und das AFRL den Robopilot in einem RedBird FMX-Simulator getestet. Dabei haben die Forscher dem Maschinen-Piloten Aufgaben in verschiedenen Flugphasen gestellt, die er alle zur Zufriedenheit der Programmbeteiligten erfüllt hat. Robopilot hat auch selbstständig navigiert und Landungen unter erschwerten Bedingungen erfolgreich bewältigt.

Bob Fischer

 

 

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