Homepage » Militär - news » USA stoppen F-35-Training für türkische Piloten

Der Streit zwischen Ankara und Washington über den Kauf des russischen S-400-Luftarbwehrsystems durch die Türkei ist weiter eskaliert: Die US Air Force hat nun das Pilotentraining für türkische Piloten in den USA gestoppt. Der kommissarische US-Verteidigungsminister Pat Shanahan hat in einem Brief der Türkei angedroht, deren Industrie aus dem Programm zu entfernen. 

11.06.2019

Polen will seine Fighter aus sowjetische Produktion loswerden und hat in den USA nach Informationen zum Kauf von 32 F-35A gefragt. © U.S. Air Force/Class Alexander Cook

Vor fast genau einem Jahr hatte Lockheed Martin die ersten F-35A an die türkischen Luftstreitkräfte übergeben, obwohl der US-Kongress die Übergabe verhindern wollte. Doch die Flugzeuge sind nicht in die Türkei gegangen, sondern wurden, wie geplant, auf die Luke Air Force Base nach Arizona geschickt, wo die türkischen Piloten und Fluglehrer ausgebildet werden.

Doch aufgrund des Streits mit der Türkei über die Beschaffung des russischen Luftabwehr-Raketensystems S-400 hatte die US-Regierung der türkischen Regierung bereits ein Ultimatum gestellt: Das NATO-Mitglied Türkei sollte bis zum 31. Juli dieses Jahres erklären, dass sie auf den Kauf des S-400-Systems verzichtet. Derzeit sind vier türkische Piloten sowie zwei türkische Fluglehrer zur Ausbildung in Arizona. Im nächsten Jahr sollten 34 weitere Piloten auf der Luke Air Force Base ausgebildet werden.

Türkei besteht auf S-400-Kauf

Die Vereinigten Staaten befürchten, dass Russland bei einer Indienststellung des Systems in der Türkei Daten über die Entdeckbarkeit des neuesten US-Stealth Fighters, der F-35 Lightning II, erhalten könne. Die Türkei will ja die F-35 und das S-400-System betreiben. Die Wartung des S-400-Systems soll aber von russischen Technikern durchgeführt werden. Derzeit sind türkische Soldaten in Russland, wo sie ihr Training auf dem System erhalten. Die ersten S-400-Komponenten will Russland in zwei Monaten in die Türkei liefern.

Sollte die Türkei nicht von dem Kauf zurücktreten, will das US-Verteidigungsministerium die türkische Industrie nicht länger als Partner im F-35-Programm akzeptieren. Nach Angaben des Pentagons produzieren türkische Firmen insgesamt 937 Einzelteile für die F-35, darunter das Fahrwerk sowie Teile des Rumpfmittelstücks.

Bob Fischer

 

 

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