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Airbus Deutschland hat den Stealth-Demonstrator LOUT entwickelt

Airbus hat in Deutschland im Geheimen einen Stealth-Demonstrator namens LOUT entwickelt und in Labors getestet. Die Erkenntnisse aus diesem nationalen deutschen Programm fließen nun in künftige Kampfflugzeug-Upgrades sowie in das europäische Kampfflugzeug-Projekt FCAS ein. 

5.11.2019

LOUT verfügt über ein Pseudo-Cockpit. Es ist nicht geplant, einen fliegenden Prototyp zu bauen. © Airbus

Das diesjährige Trade Media Briefing bei Airbus in Süddeutschland wartete mit einer handfesten Überraschung auf: Airbus zeigte erstmalig das Geheimprojekt LOUT (Low Observable UAV Testbed), an dem Airbus Deutschland in Manching und in Bremen seit 2007 arbeitet. LOUT ist ein nationales deutsches Projekt im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg).

Airbus LOUT

Airbus Defence & Space hat bei LOUT einen „holistischen Ansatz“ gewählt, sagte Mario Hertzog, der Programm-Manager für FCAS, bei der Vorstellung des Technologie-Demonstrators in Manching. Zwischen 2007 und 2009 habe man die Konfiguration entwickelt und 2009 die Radarsignatur der Form simuliert. 2010 erfolgte die Beauftragung durch das BMVg und danach begann die Auswahl der Materialien und der Bau des Demonstrators. 2014 war der Bau des diamantförmigen Fluggeräts abgeschlossen. Seitdem wird LOUT auf verschiedenen Prüfständen getestet. Das Fluggerät soll aber nie fliegen, es soll bei den Bodentests aber zeigen, dass die gewünschten Stealth-Eigenschaften auch auftreten wie errechnet.

Holistischer Ansatz bei Stealth

Der holistische Ansatz bei den Stealth-Eigenschaften bezieht sich auf drei Felder: a) die Minimierung der Radarsignatur, b) die Kontrolle über die elektromagnetischen Emissionen des Fluggeräts und c) elektronische Gegenmaßnahmen, die zur Verschleierung des Fluggeräts beitragen.

Die Form verleihe LOUT „multispektrale Stealth-Eigenschaften“, so Hertzog. Sie minimiert die Rückstrahlfläche für Radarstrahlen, Infrarotwellen und erschwert die optische und akustische Entdeckung vom Boden aus. Die Innenseite des oben am Rumpf angebrachten Lufteinlaufs ist beispielsweise zusätzlich mit Material beschichtet, das Radarstrahlen abweist. Außerdem haben sich die Konstrukteure ausgedacht, wie man bestimmte Strukturteile aktiv kühlen kann, damit sie sich nicht zu sehr von der Umgebungstemperatur unterscheiden und damit mit Infrarotkameras erfasst werden können.

Der Demonstrator ist rund 12 Meter lang und verfügt über eine ebenso große Spannweite. Das Fluggerät liege in der Vier-Tonnen-Klasse, so Airbus.  Die technologischen Erkenntnisse fließen nicht nur in das künftige europäische Kampfflugzeugprojekt FCAS (Future Combat Air System) ein, sondern auch in mögliche Upgrades des Eurofighters.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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