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Airbus schlägt A320neo als Aufklärungsplattform vor

Airbus untersucht derzeit, ob sich der Airbus A320neo nicht auch für andere Anwendungen außerhalb des Passagiertransports eignet. Neben einer Version als militärisches Transportflugzeug prüft der Hersteller auch die Verwendung des zweistrahligen Standardrumpf-Flugzeugs als Aufklärungsplattform.

15.08.2018

Airbus untersucht derzeit, ob sich die A320neo in einen Marineaufklärer umbauen lässt. © Airbus

Über einen Auftragsmangel beim Airbus A320neo-Programm kann sich Airbus wahrlich nicht beklagen. Bis Ende Juli 2018 haben 102 Kunden 6.140 Festbestellungen für die A320neo-Familie gezeichnet und lasten damit die Produktionsstandorte in Hamburg, Toulouse, Tianjin und Mobile auf Jahre hinaus aus.

Dennoch untersucht der Hersteller, ob sich das Muster nicht auch für andere Anwendungen eignet. Dabei haben die Konstrukteure zwei Varianten für militärische Nutzer im Blick: Einmal ein Transport- und einmal ein Multimissionsflugzeug.

A320M3A ist Konkurrentin der P-8 

Das Projekt des Multimissionsflugzeugs läuft bei Airbus unter der Bezeichnung A320M3A. Es ist als ein direkter Konkurrent zur Boeing P-8 Poseidon gedacht und soll eine große Bandbreite an ISR-Aufgaben (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance) erfüllen. Airbus sieht einen weltweit wachsenden Bedarf an Aufklärungskapazität und unterstellt, dass diese Aufgabe auch physisch größere Geräte erfordert, die nur in einer größeren Plattform untergebracht werden können. 

Airbus untersucht die Machbarkeit eines Marine-Aufklärungsflugzeugs auf Basis der A320neo. © Airbus

Dabei legt Airbus ein besonderes Augenmerk auf die Seeaufklärung und die U-Bootjagd. Die Konstrukteure wollen die A320M3A mit einer flexiblen Kabinenausrüstung bestücken, die erlaubt, je nach Mission unterschiedliche Missionskonfigurationen einzubauen. Neben den Aufklärungsaufgaben könne die A320M3A im Bedarfsfall auch als Frachtflugzeug, als Truppentransporter oder als Medevac-Flugzeug eingesetzt werden.

Airbus hebt die große Kabine der A320neo sowie ihre niedrigen Betriebskosten hervor. Außerdem biete das Muster eine durch den Airline-Dienst bewiesene, hohe Zuverlässigkeit. Die weltweite Verbreitung des Typs bei Fluggesellschaften biete potenziellen Nutzern zudem ein dicht gewobenes Netz an Ersatzteillagern und Ausbildungs- und Trainingseinrichtungen.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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