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S-70 des Bundesheeres helfen bei Katastropheneinsätzen

Die verheerenden Unwetter in Kärnten haben zu einem Dammbruch in Waidegg geführt. Dank der schnellen Hilfe der Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres konnten die örtlichen Einsatzkräfte den Durchbruch wieder schließen. Auch in Osttirol unterstützt das Bundesheer die Katastrophenschützer mit Helikoptern.

5.11.2018

Neben Panzersperren zur Befestigung des Dammes setzten die Helikopter des Bundesheeres auch Big Bags ab, um den Dammbruch wieder zu schließen. © Horst Gorup/Bundesheer

In der vergangenen Woche hat es in Kärnten und in Teilen Osttirols in Österreich extrem geregnet und gestürmt. Murenabgänge, Überflutungen und Sturmschäden waren die Folge dieses ungewöhnlichen Wetters. Seit dem 31. Oktober hat das Bundesheer im Rahmen von Assistenzeinsätzen die zivilen Einsatzkräfte mit Soldaten und Helikoptern unterstützt.

Die S-70 bringen Panzerigel und Big Bags

Das Bundesheer schickte 230 Soldaten und sieben Helikopter in die betroffene Region. Die Soldatinnen und Soldaten helfen bei der Wiederherstellung der Infrastruktur und der Stromversorgung sowie bei der Beseitigung von Sturmschäden und Murenabgängen.

Die Black Hawk des Bundesheeres halfen im Rahmen eines Assistenzeinsatzes im Gailtal, einen Dammbruch bei Waidegg wieder zu schließen. © Christian Debelak/Bundesheer

Bei einem Dammbruch bei Waidegg, rund 50 Kilometer westlich von Villach, leisteten zwei S-70 Black Hawk-Helikopter des Bundesheeres wichtige Unterstützung. Der Damm des Flusses Gail war auf einer Länge von rund 200 Metern gebrochen. Die beiden S-70 flogen bis Samstag insgesamt 80 Panzersperren aus Stahl („Panzerigel“) in die Bruchstelle und setzten danach 220 mit Steinen und Schüttgut gefüllte Big Bags punktgenau ab, so dass die zivilen Katastrophenschützer einen provisorischen Damm errichten konnten. Big Bags fassen zwischen 1,5 und 3,0 Tonnen Material. Gestern morgen um 08.00 Uhr war der Dammbruch wieder geschlossen, und das Hochwasser der Gail bedrohte die umliegenden Talgemeinden nicht mehr. Pioniere werden nun in Zusammenarbeit mit zivilen Kräften weitere Stützungsmaßnahmen an dem Damm vornehmen.

Während des Einsatzes wurde vorübergehend ein Flugbeschränkungsgebiet für Drohnen und Modellflugzeuge eingerichtet, um eine Gefährdung der eingesetzten Luftfahrzeuge auszuschließen.

Der österreichische Verteidigungsminister Mario Kunasek sagte: „Dieser Assistenzeinsatz am Boden und in der Luft zeigt, wie vielseitig die Hilfe unserer Soldaten ist. Leider nehmen diese Katastrophenfälle immer mehr zu. Wir sehen, wie wichtig es war, dass sich die Bundesregierung auf den Ankauf der neuen Hubschrauber geeinigt hat.“

Österreich  hatte sich nach der Schneekatastrophe von Galtür im Jahr 1999 für die Beschaffung von Black Hawk-Helikoptern entschieden, da man damals bei der Evakuierung der Bevölkerung auf ausländische Streitkräfte angewiesen war. 2002 trafen die ersten Sikorsky S-70 in Österreich ein. Sie haben seitdem 25.000 Flugstunden beim Bundesheer absolviert. Erst im August dieses Jahres hat das Verteidigungsministerium in Wien angekündigt, drei zusätzliche Black Hawks und zwölf weitere Helikopter als Ersatz für die Alouette III zu beschaffen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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