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Dassault bietet Belgien die Rafale als F-16-Nachfolger an

Frankreich hat Belgien offiziell den zweistrahligen Fighter Dassault Rafale als Ersatz für die alternden F-16 der belgischen Luftstreitkräfte angeboten.

8.09.2017

Dassault Aviation schickt die Rafale ins Rennen um die Nachfolge der F-16 in Belgien. © Tokunaga/Dassault Aviation

Die französische Regierung hat der belgischen Regierung im Rahmen eines Partnerschaftsabkommens die Rafale von Dassault Aviation als Ersatzmuster für die in die Jahre gekommenen F-16 des Landes angeboten. Die Rafale würde Belgien ermögliche, seine Rolle als verlässlicher Partner im Rahmen des transatlantischen Bündnisses voll zu erfüllen, während es damit gleichzeitig zur Sicherheit der Europäischen Union beitragen würde, hieß es von Seiten Frankreichs.

„Wir sind schon seit Ende der sechziger Jahre in Belgien stark vertreten und haben dort neun Firmen, die über 3.000 Belgier in Hochtechnologie-Jons beschäftigen. Außerdem haben wir in Belgien ein Netzwerk von über 800 Zulieferern und beauftragen dort jährlich über 800 Millionen Euro. Dassault Aviation und Partner bieten den Partnern in Belgien in allen drei belgischen Regionen ein mittel- und langfristige Kooperation an, die nicht nur die Zukunft der belgischen Industrie gestalten wird, sondern auch die europäische Verteidigung verbessert“, kommentierte Eric Trappier, der Vorstandsvorsitzende und Hauptgeschäftsführer (CEO) von Dassault Aviation, das Angebot Frankreichs.

Exporte der Rafale laufen gut an

Die Rafale habe als Multi-Role-Kampfflugzeug ihre NATO-Interoperabilität bereits in Kampfeinsätzen nachgewiesen, betonte der Hersteller. Die Beschaffungs- und Betriebskosten seien bekannt und ohne Risiko. Die Rafale garantiere, dass Belgien in den nächsten 40 bis 50 Jahren auch an der vordersten technologischen Front stehe.

Die Rafale steht bei den Luftstreitkräften Frankreichs und Ägyptens im Einsatz. Die französische Armée de l’Air hat rund 100 der Fighter im Einsatz, die französischen Marineflieger 49. Insgesamt hat Frankreich 180 Rafale bestellt. Die ägyptischen Luftstreitkräfte haben 11 von 24 bestellten Rafale erhalten, während die Exportkunden Indien und Katar 36 beziehungsweise 24 Exemplare bestellt haben.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • René Horlay aus Lüttich in Belgien

    Ein europäisches Flugzeug ist der Eurofighter Typhoon.
    Der Eurofighter Typhoon ist durch die Partnerschaft zwischen Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland entstanden; am Anfang war Frankreich dabei, ist, da es seine Forderungen (eigene Triebwerke M88, größten Arbeitsanteil, Federführung) nicht durchsetzen konnte, letztlich zurückgetreten.
    Frankreich hat kein Europa-Gefühl, sondern nur Grande-Nation-Gefühle! Das erkennt man auch in den EADS- oder Arte-„Partnerschaften“.
    Sollte der Brexit sich leider durchsetzen, bestünde jedoch eine reale wirtschaftliche Partnerschaft zwischen vier großen Ländern von Europa, die zudem verlässlich sind und sich um den Export des Typhoons bemühen (Siehe Spanien in Chile und Peru!).
    Das kann – so glaube ich – die Staaten nur näher bringen.

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