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Deutschland und Frankreich wollen neuen Fighter entwickeln

Die deutsche und die französische Regierung wollen bei Rüstungsprojekten künftig enger kooperieren. Zum Abschluss der Tagung des Ministerrats beider Länder in Paris, gaben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron bekannt, dass man die nächste Kampfflugzeug-Generation gemeinsam entwickeln wolle.

Das Future Combat Air System (FCAS) soll gemeinsam von Frankreich und Deutschland entwickelt werden. © Airbus

„Wir wollen gemeinsam eine neue Generation von Kampfflugzeugen entwickeln und diese dann gemeinsam in unseren Streitkräften verwenden“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron am Ende der deutsch-französischen Ministerratstagung am 13. Juli in Paris. Er führte fort: „Das ist eine tiefgreifende Revolution, aber wir haben keine Angst vor Revolutionen.“

Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel soll bis Mitte 2018 ein Fahrplan für ein solches Projekt stehen. Ob noch weitere Länder an dem Projekt teilhaben können, ließen die beiden offen. Frankreichs modernster Fighter ist die Dassault Aviation Rafale, die gerade in jüngster zeit einige Exporterfolge verbuchen konnte. Die Luftwaffe hat als Kampfflugzeug den Eurofighter sowie die alternden Tornados im Einsatz. Während Frankreich die Rafale im Alleingang entwickelt hatte, entstand der Eurofighter in einem multinationalen Konsortium, an dem neben Deutschland auch noch Firma aus Italien, Großbritannien und Spanien beteiligt sind. Das neue Kampfflugzeug soll langfristig die Kampfflugzeug-Flotten der beiden Länder ablösen.

Airbus strebt schon länger ein solches Programm an und hat bereits Konzepte für ein Future Combat Air System (FCAS) vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Stealth-Fighter, der als bemanntes Flugzeug im Verbund mit unbemannten Waffenträgern fliegt.

Ablösung für Rafale und Eurofighter

Die Luft- und Raumfahrtindustrie in beiden Ländern fordert schon länger Planungssicherheit für die Entwicklung der nächsten Kampfflugzeug-Generation, um die vorhandenen Kompetenzen in diesem Bereich zu erhalten.

BDLI-Präsident Dr. Klaus Richter hatte erst Ende April darauf hingewiesen: „Essentiell hier ist dabei die Entwicklung und spätere Beschaffung des Future Combat Air System (FCAS) mit seinem Nukleus Next Generation Weapon System (NGWS) als europäische Gemeinschaftsentwicklung. Dieses System trägt nachhaltig zum Erhalt und Ausbau industrieller Kompetenz in Deutschland bei. Ebenso bedarf es der konsequenten Fortführung der Arbeiten am Entwicklungsprojekt MALE UAS, gemeinsam mit Frankreich und Italien. Nur durch die konsequente Weiterentwicklung dieser Kompetenzen kann das notwendige Know-how und die Systemfähigkeit der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie langfristig sichergestellt werden. Nur so lassen sich nationale Souveränität und Handlungsfähigkeit gewährleisten.“

Deutschland und Frankreich wollen auch auf anderen Rüstungsfeldern zusammenarbeiten. Die Verteidigungsministerinnen beider Länder, Florence Parly und Ursula von der Leyen, nannten als weitere Kooperationsprojekte aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt: Einen Seefernaufklärer, die Eurodrohne und die nächste Generation Kampfhubschrauber.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.
Journaliste chez Aerobuzz.fr

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