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Die Bundeswehr bekommt Heron TP-Drohnen von IAI

Gestern hat der Haushaltsausschuss des Bundestages zugestimmt, dass die Bundeswehr fünf Drohnen vom Typ Heron TP für einen Zeitraum von neun Jahren leasen darf.

14.06.2018

Die Bundeswehr wird die Heron TP-Drohne von IAI für zunächst zehn Jahre leasen. Die technische Betreuung der Fluggeräte übernimmt Airbus. © Volker K. Thomalla

Sowohl der Verteidigungs- als nun auch der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages haben sich für die Beschaffung von fünf unbemannten Fluggeräten des Typs Heron TP von Israel Aerospace Industries (IAI) ausgesprochen. Die Drohnen, vier Bodenstationen sowie ein Simulator sollen über einen Zeitraum von neun Jahren geleast werden. IAI wird die UAVs zur Verfügung stellen, die technische Betreuung übernimmt Airbus. Ein entsprechender Vertrag wurde noch am gestrigen Abend mit der Airbus Defence & Space Airborne Solutions GmbH unterzeichnet.

Die Heron TP sind 14 Meter lang und haben eine Spannweite von 26,60 Metern. Sie sind bis zu 200 Knoten (370 km/h) schnell und können bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben. Die maximale Abflugmasse der Heron TP beträgt 5.300 Kilogramm, davon entfallen 1.400 Kilogramm auf die Nutzlast.

Debatte über Bewaffnung

Das UAV (Unmanned Aerial Vehicle) kann bewaffnet werden, soll aber bei der Bundeswehr zunächst ausschließlich zur Überwachung und Aufklärung zum Einsatz kommen. Über eine mögliche Bewaffnung will der Bundestag zu einem späteren Zeitpunkt debattieren, weil sich die Koalitionspartner in der Regierung – wie bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode – nicht einigen konnten.

Bei der Bundeswehr sollen die Heron TP vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Jagel in Schleswig-Holstein betrieben werden. In Friedenszeiten werden die Drohnen in Israel stationiert sein, da die israelischen Luftstreitkräfte das Muster bereits einsetzen und die Soldaten der Luftwaffe vor Ort optimal ausbilden können. Die Ausbildung der ersten Luftwaffen-Piloten in Israel beginnt noch in diesem Jahr.

Der Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz begrüßte die Beschaffungsentscheidung. Er sagte: „Mit dieser Entscheidung machen wir einen Quantensprung im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge. Mit der weitaus bessern Aufklärungssensorik und der gleichzeitig längeren Stehzeit in der Luft können wir den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz wesentlich verbessern.“

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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