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Die RAF hat ihre erste P-8A Poseidon MRA Mk.1 übernommen

Großbritannien hat wieder ein U-Bootjagd-Flugzeug. Die Royal Air Force (RAF) hat ihre erste P-8A Poseidon MRA MK.1 in Seattle übernommen und nach Jacksonville überführt. Nach Abschluss des Trainings soll der Seefernaufklärer auf den Stützpunkt Lossiemouth in Schottland verlegt werden.

4.11.2019

Die Boeing P-8A Poseidon MRA Mk.1 der Royal Air Force sind mit einer Vielzahl von Sensoren und Antennen am Rumpf bestückt. © Royal Air Force/Crown Copyright

Die britische Royal Air Force (RAF) ist wieder im Besitz eines U-Bootjagdflugzeugs. Am 29. Oktober übernahm eine Delegation die erste P-8A Poseidon MRA Mk.1 beim Hersteller Boeing in Seattle. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen ZP801 und dem Taufnamen Pride of Moray – benannt nach einer Region im Nordosten Schottlands – wurde anschließend von Seattle zur Naval Air Station (NAS) Jacksonville im US-Bundesstaat Florida geflogen.

P-8A MRA Mk.1 der RAF

In Jacksonville haben bereits Soldaten der Royal Air Force und der Royal Navy ihre Aubildung auf dem Muster bei der US Navy absolviert. Sie werden nun auf der ersten P-8A Poseidon MRA Mk.1 weiter trainieren. Im zweiten Quartal 2020 soll der U-Bootjäger und Seefernaufklärer auf den Stützpunkt RAF Lossiemouth in Schottland verlegt werden. Das Flugzeug wird zusammen mit den weiteren bestellten P-8A von der No. 120 Squadron der RAF betrieben.

Die P-8A Poseidon MRA Mk.1 kann sowohl in großer als auch in niedriger Höhe ihre Aufklärunsgaufgaben über See erfüllen. Sie führt bis zu 129 Sonarbojen mit sich, die akustische Signale über und unter Wasser auffangen und an das Flugzeug weiterleiten.  Als Bewaffnung erhalten die Poseidon der Royal Air Force sowohl die Harpoon Luft-See-Lenkflugkörper als auch Torpedos des Typs Mk.54, die in der Lage sind, sowohl Überwasser- als auch Unterwasserziele zu bekämpfen.

Lücke nach zehn Jahren geschlossen

Mit der ersten Auslieferung verfügt die RAF nach fast zehn Jahren wieder über eigene U-Boot-Abwehrkapazitäten. 2010 wurde die letzte Nimrod MR2 außer Dienst gestellt, und im selben Jahr wurde der Nachfolger, die Nimrod MRA4 wegen zu hoher Kostenüberschreitungen und zu großer Programmverzögerungen eingestellt.

Die britische Regierung hatte daraufhin neun P-8A Poseidon MRA Mk.1 bei Boeing bestellt. Der Auftragswert beläuft sich auf rund 3,0 Milliarden Pfund, umgerechnet 3,47 Milliarden Euro. Bis 2021 sollen alle neun britischen P-8A Poseidon ausgeliefert sein. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte anlässlich der Übergabe: „Die Ankunft des Weltklasse-Flugzeugs Poseidon markiert einen wichtigen Schritt für Großbritanniens Fähigkeiten, Seeräume zu überwachen. Diese Flugzeuge nutzen die modernsten Sensoren der Welt und können über große Zeiträume patrouillieren. Sie werde die Qualität der Informationen, die unseren Streitkräften zur Verfügung stehen, verändern und unsere lebenswichtige nukleare Abschreckung schützen.“

Air Chief Marshal Mike Wigston, der Chef des Generalstabes der RAF, sagte: „Der Seefernaufklärer Poseidon verändert das Kräfteverhältnis. Er ist in der Lage, selbst die fortschrittlichsten U-Boote der Welt zu entdecken, zu verfolgen und wenn nötig zu zerstören. Mit der Poseidon MRA1 hat die Royal Air Force wieder eine Marineaufklärungskomponente, die an der Seite der Royal Navy arbeitet, um unsere Meere und unsere Nation zu beschützen.“

Die britische Regierung wird bis zur Ankunft der ersten Poseidon in Lossiemouth rund 460 Millionen Pfund (530 Millionen Euro) in den Ausbau des Stützpunktes für die Aufnahme der Flugzeuge investieren. Durch die Stationierung der P-8A-Flotte in Lossiemouth wird die Personalstärke auf dem Stützpunkt um 700 auf 2.500 steigen.

Bob Fischer

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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