Homepage » Militär » Eurofighter zieht sich aus Kanada-Ausschreibung zurück

Eurofighter zieht sich aus Kanada-Ausschreibung zurück

Eurofighter zieht sich aus dem Bieterwettbewerb FFCP in Kanada zurück, nachdem der Hersteller die Bedingungen für eine Teilnahme genau geprüft hat. Auch wenn es bei dem Geschäft um bis zu 88 Fighter im Wert von fast 13 Milliarden Euro geht, scheinen die Konditionen für den Deal für den Hersteller unattraktiv.

2.09.2019

Eurofighter, Eurojet und die NETMA haben einen ersten Vertrag zur langfristigen Entwicklung des Eurofighter Typhoon unterzeichnet. © Eurofighter Jagdflugzeug GmbH

Am 23. Juli hat die kanadische Regierung im Rahmen ihres FFCP-Projekts (Future Fighter Capability Project) eine Angebotsaufforderung RfP (Request for Proposal) an vier Kampfflugzeug-Hersteller verschickt. Kanada will 88 Fighter kaufen, um seine alternde Flotte von CF-188 Hornet abzulösen. Bei den vier Herstellern handelt es sich um Saab, die die Gripen anbieten wollen, Airbus Defense and Space in Kooperation mit MBDA UK, L3 Technologies und CAE Canada, die mit dem Eurofighter Typhoon antreten wollten, die Lockheed Martin Corporation, die auf die F-35A Lightning II setzt, sowie die Boeing Company in Kooperation mit Peraton Canada, CAE, L3 Technologies, GE Canada und Raytheon Canada, die die F/A-18E/F Super Hornet anbieten werden.

Nur noch drei Anbieter

Doch jetzt hat sich das Eurofighter-Konsortium entschlossen, sich aus dem Verfahren zurückzuziehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Dassault Aviation entschlossen, seinen Rafale-Fighter nicht in das Rennen zu schicken. Das britische Verteidigungsministerium und Airbus Space and Defence haben dies am Freitag der kanadischen Regierung offiziell mitgeteilt. Damit sind nun nur noch die F-35 Lightning II, die Saab Gripen sowie die Boeing F/A-18E/F Super Hornet im Rennen.

„Eine detaillierte Überprüfung hat uns zu der Erkenntnis gebracht, dass die NORAD-Sicherheitsanforderungen zu hohe Kosten für Plattformen verursachen, deren Herstellungs- und Reparaturketten außerhalb der 2-EYES-Community (USA und Kanada) liegen“, teilten Airbus und das britische Verteidigungsministerium mit. „Zweitens kamen beide Parteien zu dem Schluss, dass die erhebliche Überarbeitung der industriellen Gegengeschäfte, zu denen Typhoon Canada bereit war nun nicht ausreichend bewertet werden.“ Die Ausarbeitung eines Angebotes hätte bei dem Hersteller rund 15 Millionen Euro an Kosten verursacht.

Die verbliebenen Hersteller haben Zeit bis zum Frühjahr 2020, um ihre Angebote abzugeben. Nach eingehender Prüfung will sich Kanada 2022 für ein Angebot entscheiden. Die ersten Fighter soll ab 2025 an die Royal Canadian Air Force (RCAF) geliefert werden.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Schon gelesen?

Kanada hat Angebotsaufforderung (RFP) für 88 Fighter verschickt

Die ersten australischen Hornets sind in Kanada gelandet

Kanada verabschiedet die CH-124 Sea King

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.