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F-35 beendet Flugerprobung nach zwölf Jahren

Das F-35-Programm hat mit dem offiziellen Ende der Entwicklungs-Flugerprobung einen wichtigen Meilenstein hinter sich gelassen. Jetzt folgt noch die Phase der Einsatzerprobung, danach kann der Hersteller Lockheed Martin die Serienfertigung hochfahren.

14.04.2018

Der britische Testpilot Peter Wilson landete am 11. April 2018 die F-35 (CF-02) auf der Naval Air Station Patient River und markierte damit das Ende der über elfjährigen Flugerprobung des Musters. © Lockheed Martin

Am 11. April landete der BAE Systems-Testpilot Peter Wilson die F-35C Lightning II mit der Seriennummer CF-02 nach einem Testflug mit GBU-31-Bomben und AIM-9X-Luft- Luft-Raketen auf der Naval Air Station in Patuxent River im US-Bundesstaat Maryland. Fliegerisch war diese Landung zwar eine Routinelandung, aber programmtechnisch war dieser Touchdown ein historisches Ereignis, markierte er doch den Abschluss der Entwicklungs-Flugerprobung der F-35 Lightning II. Die so genannte System Development and Demonstration (SDD) Phase hatte mit dem Erstflug der F-35A mit der Seriennummer AA-1 vor zwölf Jahren 2006 begonnen.

Über 9.200 Testflüge absolviert

Seitdem haben die an der Erprobung beteiligten Flugzeuge über 9.200 Testflüge absolviert, auf denen sie mehr als 17.000 Flugstunden gesammelt haben. Während des Programms wurden über 65.000 Testpunkte abgearbeitet. Unter anderem wurden 183 Tests durchgeführt, bei denen geschaut wurde, ob sich Waffen beim Abwurf wie gewünscht vom Fighter trennen. Auch gehörten rund 1.500 Senkrechtlandungen mit den F-35B zum bisherigen Testprogramm.

Im Rahmen der Erprobung flogen die Testteams auch Multi-Shop Missions, also Einsätze mit mehreren Flugzeugen. Bei einigen Missionen waren acht F-35 beteiligt. „Das F-35-Flugerprobungsprogramm war das umfassendste, härteste und sicherste Flugerprobungsprogramm in der Geschichte der Luftfahrt. Das aus Vertretern der Regierung und der Industrie bestehende Team zeichnete sich durch eine hervorragende Zusammenarbeit und eine hohe Expertise aus“, sagte Greg Ulmer, Vorstandsmitglied und General Manager für das F-35-Programm bei Lockheed Martin.

Allerdings verlief das Programm nicht ohne Probleme. Kostensteigerungen führten 2010 sogar dazu, dass das Verteidigungsministerium nach dem so genannten Nunn-McCurdy-Gesetz untersuchen musste, ob das Programm überhaupt weitergeführt werden könne. Das Gesetz greift bei jedem Rüstungsprogramm, bei dem die anfänglich geschätzten Kosten um 50 Prozent oder mehr überschritten werden.

Als nächster Schritt im F-35-Programm folgt nun die Einsatzerprobung durch Vertreter des Pentagons, die die SDD-Phase abschließen wird. Danach erfolgt die endgültige Freigabe für den Hochlauf der Serienproduktion des Musters.

Volker K. Thomalla

 

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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