Homepage » Militär » F-35 ist für Rampenstarts qualifiziert

Der Weg für die Erprobung des neuen Fighters Lockheed Martin F-35B Lightning II auf dem britischen Flugzeugträger ist frei. Der Zulassung für die Rampenstarts war eine mehrere Monate dauernde Testkampagne in Patuxent River vorausgegangen.

24.10.2017

Die Tests zur Qualifizierung des Flugzeugs für den Start von Startrampen fanden auf der Naval Air Base in Patuxent River im US-Bundesstaat Maryland statt. © Lockheed Martin

Harriett Baldwin, Staatssekretärin für Beschaffung im britischen Verteidigungsministerium, berichtete in der vergangenen Woche dem Verteidigungsausschuss des britischen Unterhauses, dass die Tests des neuen Fighters F-35B Lightning II erfolgreich verlaufen seien und dass die F-35B damit für Rampenstarts qualifiziert sei. Die Erprobung des Verfahrens ist notwendig, da die britischen Flugzeugträger über eine Startrampe verfügen. Die bei den Streitkräften „Skischanze“ genannte Rampe der Britischen Flugzeugträger wurde auf der US Naval Base in Patuxent River im US-Bundesstaat Maryland 1:1 nachgebaut, um die Tests unter realistischen Bedingungen durchzuführen.

Die erste F-35B Lightning II für Großbritannien wurde 2016 auf dem Royal International Air Tattoo 2016 in Fairford gezeigt. © Crown Copyright

Baldwin sagte im Ausschuss: „Der erfolgreiche Abschluss der Startrampen-Versuche bedeutet, dass die F-35 für Starts vom Flugzeugträger freigegeben ist. Dieser Meilenstein kommt zu dem Zeitpunkt, an dem unsere Piloten und unsere Flugzeuge sich darauf vorbereiten, aus den Vereinigten Staaten zurückzukehren. Sie sind bereit, im nächsten Jahr die unvergesslichen Flugtests von dem Flugdeck des neuen Flaggschiffes unserer Nation zu absolvieren.“

Die britischen Streitkräfte haben bisher zwölf F-35 Lightning II erhalten. Zwei weitere sollen noch vor Ablauf dieses Jahres hinzukommen. Die Flugzeuge befinden sich derzeit zusammen mit 150 Soldaten und Mitarbeitern des Verteidigungsministerums für die Tests und die Ausbildung in den USA. Squadron Leader Andy Edgell von der RAF und Mitglied der Integrated Test Force, freut sich schon auf die Rückkehr nach England und die Test auf dem Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth. „Der Start der F-35 von der HMS Queen Elizabeth ist ein historisches Ereignis, das man nur einmal in einer Generation erleben kann. Der erste zu sein, der von diesem Flugzeugträger startet und einen Sitz in der ersten Reihe zu haben, wäre ein absolutes Privileg.“ Zu den Flugeigenschaften der F-35 sagte er: „Sie ist ein Meisterstück der Ingenieurskunst. Das macht es so leicht, sie zu fliegen. Es ist unmöglich, nicht bei jedem Flug begeistert zu sein. Sie ist ein Biest, wenn du sie lässt und zahm, wenn sie es sein muss.“

Vorbereitungen auf die Stationierung

In Großbritannien laufen derzeit die Vorbereitungen auf die Stationierung des neuesten Musters der Royal Air Force (RAF) auf Hochtouren. Als erste Basis wird die RAF Marham F-35 beherbergen. Sie gehören zur 617 Squadron. Im Dezember 2018 will die RAF die vorläufige Einsatzbereitschaft (Initial Operating Capability IOC) der 617 Squadron erreichen.

Großbritannien hat einen Bedarf von 138 F-35 Lightning. Nach der Auslieferung der erstem 48 Exemplare will das Verteidigungsministerium entscheiden, ob auch die restlichen Exemplare F-35B oder andere Versionen sein sollen. Die STOVL-Version des neuen Fighters F-35B flog in der Vorwoche erstmalig auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien mit der Software des Standards Block 3F.

Die Staatssekretärin wies im Unterhaus erneut auf die Bedeutung des F-35-Programms für die britische Industrie hin. 15 Prozent des Wertes einer jeden F-35 würden von der britischen Industrie beigesteuert. Angesichts einer erwarteten Zahl von rund 3.000 F-35 brächte dies Umsätze in Höhe von über einer Milliarde Pfund.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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