Homepage » Militär » F-35 verschießt AIM-132 ASRAAM

Im Rahmen der Qualifikationstests für verschiedene Bewaffnungen hat eine F-35 Lightning II jetzt die ersten Kurzstreckenflugkörper vom Typ ASRAAM erfolgreich verschossen.

17.03.2017

Die ASRAAM ist die erste ausländische Rakete, die von der F-35 Lightning II abgefeuert worden ist. © MBDA

Die F-35 Lightning II hat erstmalig die Luft-Luft-Rakete ASRAAM verschossen. Damit ist sie die erste ausländische Lenkwaffe, die von einer F-35 abgefeuert wurde. Die AIM-132 ASRAAM (Advanced Short Range Air-to-Air Missile) wird von MBDA hergestellt und verfügt über einen Infrarot-Suchkopf mit einem sehr breiten Sichtfeld. Sie verfügt über die Fähigkeit, bestimmte Teile ihres Ziels (Triebwerke, Cockpit oder Tragflächen) zu identifizieren und ist somit weniger störanfällig für Gegenmaßnahmen wie Flares oder Chaffs. Ihre Höchstgeschwindigkeit wird auf Mach 4 und ihre Reichweite auf 50 Kilometer geschätzt. Die ASRAAM ist eine Fire-and-forget-Rakete, die es Piloten ermöglicht, mehrere Ziele gleichzeitig zu bekämpfen. Der Gefechtskopf wird entweder per Annäherungssensor oder durch Aufschlag gezündet. Bisher haben die britischen und die australischen Streitkräfte die ASRAAM als Ersatz für die AIM-9 Sidewinder bestellt.

Integrierte Teams führen die Tests durch

Die Tests der F-35 mit ASRAAM fanden sowohl auf der Naval Air Station Patuxent River in Maryland als auch auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien statt. Dem scharfen Schuss vorangegangen waren mehrere Flüge, bei denen die nur die Waffenschächte der F-35 geöffnet wurden ohne die Rakete abzufeuern. Integrierte Team der beteiligten Firmen Lockheed Martin, Northrop Grumman, MBDA und BAE Systems begleiteten und überwachten die Tests. Sie sind Teil der Waffenintegrationstest für die britischen F-35B, die zur Initial Operational Capability (IOC) der Flugzeuge bei der Royal Air Force führen sollen.

Die britischen Streitkräfte haben bisher 42 F-35B bestellt, die bis zum Jahr 2023 geliefert werden sollen. Die ersten beiden Exemplare wurden im vergangenen Jahr ausgeliefert und befinden sich in den USA, wo sie an verschiedenen Tests teilnehmen. Das britische Verteidigungsministerium sieht einen Gesamtbedarf von bis zu 140 Flugzeugen dieses Musters, aufgeteilt in 60 F-35B für den Einsatz auf Flugzeugträgern und 80 F-35A ohne STOVL-Fähigkeit.

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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