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Gulfstream hat eine Special Mission G550 an die US Navy geliefert

Die US Navy hat einen strukturell modifizierten Geschäftsreisejet vom Typ Gulfstream G550 vom Hersteller übernommen. Das Flugzeug kommt zur Überwachung von Flugversuchen zum Einsatz, muss allerdings vorher noch mit Sensoren ausgestattet werden.

17.09.2018

Die US Navy hat eine speziell ausgerüstete Gulfstream G550 vom Hersteller übernommen. Der Jet soll für die Überwachung von Testraumüberwachung zum Einsatz kommen. © Gulfstream Aerospace

Special Mission-Flugzeuge sind für die Hersteller von Geschäftsreiseflugzeugen ein kleiner, aber feiner Geschäftszweig mit guten Margen. Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia hat bereits Ende Juli einen stark modifizierten Langstrecken-Business Jet vom Typ G550 an die US Navy übergeben. Der von zwei Rolls-Royce BR710-Turbofans angetriebene Jet wird bei der Navy als NC-37B seinen Dienst antreten.

Indienststellung der NC-37B ab 2021

Allerdings muss er zuvor noch seine Missionsausrüstung im Rahmen des CMARS-Projektes (Commercial Modifications and Range Support) erhalten, da Gulfstream zwar die strukturellen Modifikationen vorgenommen hat, aber Raytheon in der zweiten Programmphase nun das Flugzeug mit seinen Sensoren ausrüsten wird. Voraussichtlich im August 2021 wird die NC-37B von ihrem Stützpunkt in Point Mugu in Kalifornien ihre ersten Einsätze fliegen. Es ist geplant, dass sie die heute eingesetzte Lockheed NP-3D „Billboard“ in der Rolle als Überwachungsflugzeug für Lufträume, in denen Flugversuche stattfinden, ablöst. Neben der Überwachung der Qualität der Telemetrie-Daten wird auch das Weiterleiten von Kommunikationsdaten (Relais) zu den Aufgaben der NC-37B-Crew gehören. Die NC-37B trägt auf dem Seitenleitwerk bereits das Geschwaderwappen des Air Test and Evaluation Squadron 30 (VX-30) „Bloodhounds“.

Bei der offiziellen Übergabezeremonie des Flugzeugs an die US Navy am 6. September sagte der Programm-Manager Captain Steve Nassau: „Ein Flugzeug im Zeitplan und unter den geplanten Kosten zu liefern, ist ein wichtiger Meilenstein bei einem solch komplizierten Projekt.“

Gulfstream Aerospace konnte bei den strukturellen Anpassungen des Jets auf Erfahrungen aus anderen Programmen zurückgreifen, bei denen ebenfalls umfangreiche Sensoren seitlich am Rumpf einer G550 untergebracht worden sind. Sowohl Israel als auch Italien und Singapore betreiben bereits ähnlich modifizierte G550 als Frühwarnflugzeuge.

 

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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