Homepage » Militär » Luftkampfübung Frisian Flag 2018 in Leeuwarden

Mit nahezu 70 Fightern war die Übung Frisian Flag 2018, die von den niederländischen Streitkräften organisiert wurde, eine für alle Teilnehmer lehrreiche Übung. Die Piloten konnten während der jährlichen Übung komplexe Missionen in einem internationalen Umfeld trainieren.

1.05.2018

Während der Übung Frisian Flag 2018 flogen die Teilnehmer täglich zwei Missionen. © Bob Fischer

Die jährlich auf der Leeuwarden Air Base in der nördlichen niederländischen Provinz Friesland durchgeführte Luftkampfübung Frisian Flag fand in diesem Jahr vom 9. bis zum 20. April statt. Neben den Luftstreitkräften des Gastgeberlandes nahmen auch Einheiten aus den Vereinigten Staaten, Spanien, Polen, Frankreich und Deutschland teil. Aus Großbritannien stieß eine Falcon 20 von Cobham dazu, die elektronische Kriegsführung betrieb.

Teilnehmer an Frisian Flag 2018:

Ziel der Übung, die von der 322. Squadron der Königlich-Niederländischen Luftstreitkräfte organisiert wurde, war es, die Besatzungen komplexen Missionen in einem internationalen Umfeld auszusetzen. Dafür wurden täglich zwei Missionen mit unterschiedlichen Besetzungen geflogen. In den vergangenen Jahren hatten die verschiedenen Nationen während der zweiwöchigen Übung rotierend die Rolle der gegnerischen Luftstreitkräfte, der so genannten „Red Air“ übernommen. In diesem Jahr stellte die kanadische Firma Discovery Air Defence mit den aus Wittmundhafen kommenden Douglas A-4 Skyhawks sowie die polnischen MiG-29 die „Red Air“. „Das war ein großer Vorteil dieser Übung in diesem Jahr“, bilanzierte Oberstleutnant Ronald von der Royal Netherlands Air Force (RNLAF), einer der Supervisor der Gesamtübung. „So konnten die Piloten einen größeren Trainingseffekt aus der Übung mitnehmen.“

70 Fighter bei Frisian Flag 2018

„Ich habe eine Menge von meinen ausländischen Kameraden in diesen Tagen gelernt“, sagte Captain Fatima, EF-18-Pilot der spanischen Luftstreitkräfte. „Hier zeigen wir, was wir können. Und wenn wir in Zukunft bei einer internationalen Mission zusammenarbeiten, wissen wir, was wir erwarten können.“

Die US-Streitkräfte hatten F-15C Eagle der Massachusetts Air National Guard nach Leeuwarden entsandt, vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus Wittmundhafen waren acht Eurofighter dabei.  Die französische Armée de l’Air hatte sowohl Mirage 2000D aus Nancy als auch Rafale B und Rafale C geschickt. Aus Polen waren F-16C Block 52 und – zum ersten Mal – auch drei MiG-29 dabei. Die spanische Ejército del Aire hatte mit elf EF-18 Hornet teilgenommen. Zusätzlich zu den Fightern war auch eine große zahl von Transportflugzeugen aus den verschiedenen Nationen beteiligt, so unter anderem Boeing C-17A, Airbus A400M, PZL M28, Lockheed Martin KC-130 und C-130 sowie CASA C-295M.

Für Luftfahrt-Enthusiasten war Frisian Flag aufgrund der vielen unterschiedlichen Muster eine gute Gelegenheit, seltene Vögel vor die Linse zu bekommen. Für die Anwohner der Leeuwarden Air Base bedeutet Frisian Flag aber jedes Mal auch ein erhöhtes Aufkommen an Fluglärm. Dem niederländischen  Verteidigungsministerium ist dies bewusst, und sie versuchen, den Fluglärm niedrig zu halten. Da Leeuwarden relativ nahe an den Übungsräumen (TRA – Temporär Reserved Air Space) über der Nordsee liegt, sind die An- und Abflüge zur Basis relativ kurz.

Bob Fischer 

 

 

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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