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Luftwaffe denkt über F-35 als Tornado-Nachfolger nach

Die Luftwaffe benötigt als Ersatz für ihre alternde Tornado-Flotte ein Kampfflugzeug der fünften Generation, das von gegnerischen Radars schwer zu orten ist und Ziele aus großer Entfernung bekämpfen kann, sagte der Inspekteur der Luftwaffe in einem Interview.

10.11.2017

Eine F-35 der RNLAF überfliegt die Stadt Urk am IJsselmeer. © Frank Crebas

Generalleutnant Karl Müllner, der Inspekteur der Luftwaffe, hat sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters für ein Programm zur Beschaffung eines Nachfolgers für die Tornado-Kampfflugzeuge der Bundeswehr ausgesprochen. Im letzten Monat hat das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) eine formale Anfrage mit der Bitte um Informationen an die Hersteller von vier Kampfflugzeugen gerichtet: Lockheed Martin F-35 Lightning II, Boeing F-15, Boeing F/A-18E/F Super Hornet und Eurofighter Typhoon.

Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung hat auch bei Boeing offiziell um Informationen zur F/A-18F Super Hornet eingeholt. © Boeing

Die Luftwaffe benötigt die Tornado-Nachfolger ab 2025, denn die verbliebenen Panavia Tornado werden ab 2025 bis 2030 sukzessive abgelöst. Müllner sagte, dass man, um einen problemlosen Übergang zu gewährleisten, eine auf dem Markt bereits erhältliche Lösung benötige, und das keine Zeit bliebe, eine einzigartige eigene Lösung zu entwickeln.

Die Bundeswehr wird ihre verbliebenen 85 Tornados zwischen 2025 und 2030 ausmustern. © Falk Bärwald/Bundeswehr

Er machte keinen Hehl aus seiner Präferenz für die F-35 Lightning II, denn die veränderten Bedingungen erforderten einen Tornado-Nachfolger, der vom gegnerischen Radar schwer zu entdecken sei, und der Ziele auch aus großer Entfernung bekämpfen könne. „Es muss ein Fighter der fünften Generation sein, um das volle Spektrum unserer Anforderungen abzudecken“, sagte Müllner. „Für eine glaubhafte Abschreckung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung seien diese Fähigkeiten unerlässlich.“ Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte gegenüber aerobuzz.de, dass die Aussagen des Generalinspekteurs den offiziellen Standpunkt der Luftwaffe widerspiegeln.

Bundestag muss den Kauf genehmigen

Die Beschaffung eines neuen Fighters muss vom Bundestag innerhalb der nächsten beiden Jahren genehmigt werden, damit ein Vertrag in den Jahren 2020 oder 2021 unterzeichnet werden könne, und damit die Lieferungen 2025 beginnen könnten.

Müllner sagte in dem Interview auch, dass er ein großer Unterstützer des geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeugs sei, das eines Tages die Eurofighter ablösen solle. Diese Projekt würde kritische technologische Fähigkeiten in Europa erhalten und Europa erlauben, selbst Stealth-Technologien zu entwickeln.

Generalleutnant Müllner sagte auch, dass Deutschland sich gegenüber der NATO verpflichtet habe, dem Bündnis ab Mitte des nächsten Jahrzehnts eine Flotte von 14 Flugzeugen zur elektronischen Kampfführung (Eloka) zur Verfügung zu stellen. Deswegen müsse man rund 20 dieser Flugzeuge beschaffen. Mögliche Kandidaten für dieses Programm sind die Boeing EA-18 Growler, modifizierte Airbus A400M oder modifizierte Eurofighter. Eine Entscheidung über dieses Programm sei aber noch nicht getroffen.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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