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Luftwaffe hat Evakuierungsflug aus Wuhan erfolgreich beendet

Die Luftwaffe hat 124 Menschen aus der chinesischen Stadt Wuhan nach Deutschland geholt. Der Rückflug des Medevac-Airbus A310 der Flugbereitschaft musste kurzfristig nach Helsinki ausweichen, da Russland seine Landegenehmigung für das Flugzeug wieder 

2.02.2020

Zwischenlandung zum Tanken und Crew-Wechsel: Airbus A310 und Bombardier Global 6000 der Luftwaffe in Helsinki. © Luftwaffe

Der Airbus A310 „Kurt Schumacher“ der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung ist gestern mit 124 Passagieren an Bord aus Wuhan in China zurückgekehrt. Das Flugzeug war am Freitag vom Flughafen Köln/Bonn im Auftrag des Auswärtigen Amtes nonstop nach Wuhan geflogen, um deutsche Staatsbürger aus der abgeriegelten chinesischen Stadt zu evakuieren.

Die Stadt gilt als Ausgangspunkt des Ausbruchs des Coronavirus‘, der bei Infizierten eine Erkrankung der Lunge auslöst. Am 22. Januar hatte die chinesische Regierung Wuhan unter Quarantäne gestellt, um den Ausbruch des Virus einzudämmen. Bis zum heutigen Tag wurden weltweit 14.380 Fälle von Infektionen gemeldet, bislang sind 304 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben.

Schutzanzüge für China an Bord

Auf dem Hinflug hatte der Airbus 10.000 Schutzanzüge für China mit an Bord. Um 09.20 Uhr Lokalzeit (02.20 Uhr Mitteleuropäische Zeit) startete die A310 in Wuhan. Für die Besatzung fand der Flug unter erschwerten Bedingungen statt: Sie trugen während des Fluges Atemschutzmasken, Brillen und Handschuhe. Es war geplant, dass der Jet mit dem Kennzeichen 10+23 in Moskau zum Tanken zwischenlandet von und dort seinen Flug nach Frankfurt fortsetzt. Doch Russland verweigerte dem Flugzeug mit dem Hinweis auf fehlende Kapazitäten am Flughafen die Landegenehmigung. Daraufhin musste die „Kurt Schumacher“ nach Helsinki ausweichen.

Ein Regierungsjet vom Typ Bombardier Global 6000 flog eine Austauschcrew nach Helsinki, die den Airbus nach Frankfurt flog. Dort wurden die Passagiere untersucht und anschließend in die Luftwaffen-Kaserne nach Germersheim gebracht, wo sie 14 Tage in Quarantäne bleiben werden, um auszuschließen, dass sie sich mit dem Virus infiziert haben.

Von Frankfurt flog die A310 zurück zum Flughafen Köln/Bonn. Dort wird sie derzeit komplett desinfiziert, um für den nächsten Einsatz bereit zu stehen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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