Homepage » Militär » Neuer P-8A Poseidon-Auftrag der US Navy für Boeing

Boeing kann sich über einen Folgeauftrag für sein U-Boot-Jagdflugzeug P-8A Poseidon freuen: Die US-Streitkräfte benötigen acht weitere Exemplare, zusätzlich haben sie zehn P-8A für Exportkunden in Auftrag gegeben. 

31.03.2020

P-8A-Coastline_hi-res Boeing Kopie

Das US-Verteidigungsministerium hat Boeing einen Auftrag über 18 weitere P-8A Poseidon erteilt. © Boeing

Die US Navy hat Boeing einen weiteren Folgeauftrag für den Seefernaufklärer und U-Boot-Jagdflugzeug P-8A Poseidon erteilt. Der Auftrag im Wert von 1, 5 Milliarden US-Dollar (1,65 Milliarden Euro) umfasst insgesamt 18 Flugzeuge. Acht weitere P-8A will die US Navy selbst nutzen, sechs werden im Rahmen eines bilateralen Regierungsgeschäftes (Foreign Military Sale) an die Republic of Korea Navy und vier weitere ebenfalls als Foreign Military Sale (FMS) an die Royal New Zealand Air Force weitergeleitet.

Boeing P-8 Poseidon

Neuseeland hatte sich im Juli 2018 für die P-8A als Nachfolgerin für seine sechs alternden Lockheed P-3 Orion in der Rolle als Seefernaufklärer entschieden, Südkorea hatte diese Auswahl bereits im Juni 2018 getroffen.

Nach Angaben des Herstellers wird Neuseeland das erste Exemplar bereits 2022 erhalten, da die P-3 Orion der Royal New Zealand Air Force voraussichtlich 2025 ausgemustert werden müssen. Die erste Lieferung an die Streitkräfte Südkoreas ist für 2023 vorgesehen.

Aufklärer und U-Bootjäger

Die P-8A Poseidon kann sowohl in großer als auch in niedriger Höhe ihre Aufklärunsgaufgaben über See erfüllen. Sie führt bis zu 129 Sonarbojen mit sich, die akustische Signale über und unter Wasser auffangen und zur Auswertung an das Flugzeug weiterleiten. Als Bewaffnung stehen verschiedene Luft-See-Lenkflugkörper und Torpedos zur Verfügung, die in der Lage sind, sowohl Überwasser- als auch Unterwasserziele zu bekämpfen. Das Flugzeug ist auch mit verschiedenen Antennen zum Empfang von elektronischen Signalen und magnetischen Anomalien ausgerüstet und kann so auch SIGINT-Aufgaben (Signal Intelligence) erfüllen.

Das auf der zivilen Boeing 737 NG beruhende Muster kann mit niedriger Geschwindigkeit rund vier Stunden über dem Einsatzgebiet fliegen. Da die P-8A aber mit einer Luftbetankungseinrichtung ausgerüstet ist, kann ihre Zeit „on station“ um mehrere Stunden verlängert werden.

Die weltweite Poseidon-Flotte hat bislang 254.000 Flugstunden absolviert. Die US Navy ist der Betreiber der größten P-8A-Flotte, gefolgt von Indien – dort heißt das Flugzeug P-8I Neptune – und der Royal Australian Air Force. Weitere Exportkunden des Flugzeugs sind Großbritannien, Norwegen, Südkorea und Neuseeland.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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