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Die Operation Christmas Drop ist eine Trainingsmission der US Air Force mit humanitärem Charakter. Von der Andersen Air Force Base auf Guam aus fliegen C-130 Hercules zu einsamen Inseln im Pazifik und werfen dort gespendete Hilfsgüter, Spielzeug und Lernmaterial ab. In diesem Jahr findet Christmas Drop bereits zum 66. Mal statt.

19.12.2017

Hilfspakete werden im Rahmen der Operation Christmas Drop aus einer C-130J Super Hercules der USAF abgesetzt. © Richard P. Ebensberger/USAF

Die Operation Christmas Drop ist vor 66 Jahren entstanden, als in der Vorweihnachtszeit die Besatzung einer B-29 Superfortress über die Insel Kapingamarangi flog und Inselbewohner ihr zuwinkten. Die Besatzung befestigte spontan ein Paket mit Lebensmitteln an einem Fallschirm und warf es über der Insel ab. Seitdem findet in jedem Jahr auf der Andersen Air Force Base auf Guam die Operation Christmas Drop statt. In diesem Jahr bereits zum 66. Mal. Damit ist sie die längste Hilfsaktion in der Geschichte der US Air Force.

Training und Hilfsaktion zugleich

Die Aktion hat sich herumgesprochen, und die Air Force erhielt schon früh Spenden aus aller Welt für die Mission. Die meisten Spenden kommen jedoch aus Guam. Nun werden nicht nur Lebensmittel und Hilfsgüter abgeworfen, sondern auch Spielzeug und Lernmaterialien. 2017 erhielt die US Air Force rund 29 Tonnen an Sachspenden und 53.000 US-Dollar an Geldspenden. Neben der US Air Force beteiligen sich auch die US Navy und die US-Küstenwache an der Aktion.

Das Rufzeichen der eingesetzten Flugzeuge im Rahmen der Operation Christmas Drop ist „Santa 23“. © USAF

Die US-Streitkräfte werfen die Hilfsgüter auf über 50 Inseln in der Südsee und Mikronesien ab. Damit erreichen sie rund 20.000 Inselbewohner. Das Gebiet, in dem die Inseln verstreut sind, ist 1,8 Millionen nautische Quadratmeilen groß! Bei einigen Inseln sind Abwürfe an Fallschirmen aufgrund der Topografie oder der Windverhältnisse nicht möglich. Dort werfen die Besatzungen im extremen Tiefflug die speziell verpackten Hilfsgüter ins seichte Wasser am Strand, wo sie von den Insulanern abgeholt werden.

Bei der Operation Christmas Drop erhalten die Crews Übung im Absetzen von Lasten. © Richard P. Ebensberger/USAF

In diesem Jahr sind zum dritten Mal in Folge auch die Japanese Self-Defense Air Force sowie die Royal Australian Air Force bei der Operation dabei. Dadurch trainieren die Besatzungen auch die internationale Zusammenarbeit. Die ersten Flüge im Rahmen von Christmas Drop sind am 11. Dezember gestartet, die letzten Flüge in diesem Jahr sollen am 23. Dezember stattfinden.

Eine C-130J Super Hercules der US Air Force im Landeanflug auf Guam nach einem Einsatz im Rahmen der Operation Christmas Drop im Dezember 2017. © Christopher Quail/USAF

Erstmalig nimmt in diesem Jahr beim durchführenden 374th Airlift Wing auch die C-130J Super Hercules an der Operation teil.

Die Operation hat auch einen ernsthaften Trainingshintergrund, denn durch diese Aktion erhalten die eingesetzten Besatzungen Training in der Langstreckennavigation über dem Pazifik und im präzisen Absetzen von Hilfsgütern aus niedrigen Höhen.  „Die Rolle des Militärs bei jedweder humanitären Hilfsaktion besteht darin, schnell auf Krisen zu reagieren, menschliches Leid zu mindern und zu versuchen, weitere Verluste von Leben und Schäden zu verhindern. Die Operation Christmas Drop bereitet uns auf solche Einsätze vor“, sagte Master Sergeant Sean Gray von der 36th Contingency Response Group und Projektmanager der Operation Christmas Drop in diesem Jahr.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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