Homepage » Militär » Russland setzt bei der MiG-35 auf Exportkunden

Russland setzt bei der MiG-35 auf Exportkunden

Am 27. Januar hat die Russian Aircraft Company mit einem Roll-out die MiG-35 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Anwesenheit vieler internationaler Delegationen zeigt, dass das Unternehmen ein großes Export-Potenzial für den neuen Jäger sieht.

1.02.2017

Die MiG-35 soll Exportkunden anlocken. Die russischen Luftstreitkräfte werden das Muster ebenfalls beschaffen. © UAC

Obwohl der Prototyp der MiG-35 schon 2007 zum ersten Flug startete, wurde am 27. Januar 2017 im Werk Luchowizi südlich von Moskau mit großem Aufwand und unter Teilnahme von viel politischer Prominenz das Roll-out des zweistrahligen Jagdflugzeugs der Generation 4++ gefeiert.

Nach Angaben des zur United Aircraft Corporation (UAC) gehörenden Herstellers Russian Aircraft Company waren Delegationen aus 30 Ländern, unter anderem aus Indien, China, Vietnam und Peru anwesend. Bei der Präsentation des Flugzeugs wurden auch die Flaggen Swazilands, Somalias, Malis, Ägyptens, Äthiopiens, Kirgisistans, Libyens und des Südsudan eingeblendet, was die Exportambitionen des Herstellers deutlich unterstreicht.

Bei der Vorstellung der MiG-35 wurden die Flaggen der potenziellen Exportkunden eingeblendet. © UAC

Die MiG-35 war bei ihrer offiziellen Vorstellung mit acht Raketen an den Unterflügelstationen bestückt. Die MiG-35 ist ein auf der MiG-29K beruhendes Jagdflugzeug. Es ist ähnlich wendig wie sein Vorgänger, verfügt aber über moderne Avionik und Sensorik und kann mit einem elektronisch schwenkbaren Radar (AESA) ausgerüstet werden. Die Avionik erlaubt die Integration von Waffen und Sensoren ausländischer Hersteller, was die MiG-35 zu einem Multirole-Flugzeug macht. Die beiden RD-33-Triebwerke können optional mit einer Schubvektorsteuerung versehen werden, was die Wendigkeit des Fighters deutlich erhöht.

Die MiG-35 flog erstmalig 2007. © UAC

Nach der Feierstunde startete eine doppelsitzige MiG-35 mit dem Testpiloten Michael Belijaew am Steuerknüppel zu einem Demonstrationsflug, der auch live in den Kreml übertragen wurde.

Der stellvertretende russische Premierminister Dimitri Rogozin sagte in Luchowizi: „Dies ist die erste Präsentation eines Kampfflugzeuges im Jahr 2017. Als nächstes steht die Vorstellung und der erste Flug des Narrowbody-Passagierflugzeugs MC-21, und für den Sommer haben wir der Erstflug des leichten Militärtransporters IL-112 geplant. Dies zeigt die Fähigkeiten der Konstrukteure der russischen Luftfahrzeughersteller. Sie sind in der Lage, wettbewerbsfähige Flugzeuge von hoher Qualität herzustellen. Russland ist ein großartiger Luftfahrtstaat, und wir können dies auch beweisen!“

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.