Homepage » Militär » Schweiz erweitert Luftpolizeidienst der Luftwaffe auf 24/7

Schweiz erweitert Luftpolizeidienst der Luftwaffe auf 24/7

Die Schweiz will ab 2020 die Einsatzbereitschaft von mindestens zwei F/A-18 Hornet rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr sicherstellen. Derzeit kann die Schweizer Luftwaffe den Luftpolizeidienst nur an fünf Tagen pro Woche von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr gewährleisten.

6.09.2018

Ab 2020 sollen jeweils zwei F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe rund um die Uhr in Bereitschaft stehen. © Schweizer Luftwaffe

Als im Februar 2014 eine Boeing 767 der Ethiopian Airlines entführt worden war und nach morgens um 06.00 Uhr in Genf landete, wurde sie von französischen Mirage 2000 begleitet. Die Schweizer Luftwaffe konnte das entführte Flugzeug nicht begleiten, da ihre Bereitschaft erst um 08.00 Uhr begann.

Das soll sich nun ändern: Ab 2020 sollen 365 Tage im Jahr rund um die Uhr zwei F/A-18 Hornet der Schweizer Luftwaffe für den so genannten Luftpolizeidienst einsatzbereit sein und innerhalb von 15 Minuten nach der Alarmierung starten können.

F/A-18 Hornet in der Schweiz

Bereits 2009 hatte der Schweizer Politiker Hans Hess (FDP/OW) eine erhöhte Bereitschaft im Luftpolizeidienst gefordert, auch außerhalb der normalen Bürozeiten. Daraufhin wurde das Projekt Luftpolizeidienst 24 (LP24) ins Leben gerufen. Mit LP24 wird nun in vier Schritten eine permanente Einsatzbereitschaft von zwei bewaffneten Kampfjets erreicht. Der erste Schritt wurde 2016 gemacht: Während 50 Wochen standen die Fighter wochentags jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr bereit. 2017 wurde die Bereitschaft auf 365 Tage im Jahr ausgebaut. Ab 2019 sollen die F/A-18 von 06.00 bis 22.00 Uhr bereitstehen und Ende 2020 erfolgt dann der Ausbau des Luftpolizeidienstes auf 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr.

Die beiden Flugzeuge werden für „Hot Missions“ und „Live Missions“ eingesetzt. Bei Ersteren handelt es sich um Einsätze wegen Luftfahrzeugen, die die Lufthoheit der Schweiz oder die Luftverkehrsregeln in schwerwiegender Weise verletzen. Die „Live Missions“ hingegen sind stichprobenartige Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen, die für das Überfliegen der Schweiz eine diplomatische Freigabe (Diplomatic Clearance) benötigen.

Hauptstandort für LP24 ist Payerne

Hauptstandort für das Projekt LP24 ist der Militärflugplatz Payerne. Im Falle einer dortigen Pistensperre wird entweder von Emmen oder von Meiringen aus gestartet. Für den Vollausbau bis Ende 2020 schafft die Armee rund 100 zusätzliche Stellen bei der Luftwaffe, der Logistikbasis und der Führungsunterstützungsbasis benötigt. Die Mehrkosten für die Ausdehnung des Luftpolizeidienstes auf 24/7 werden etwa 30 Millionen Franken (26,6 Millionen Euro) pro Jahr betragen.

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) weist darauf hin, dass es durch den LP24 in Zukunft auch außerhalb der bisher gewohnten militärischen Flugbetriebszeiten zu Flugbewegungen mit Kampfjets und teilweise auch zu Überschallflügen kommen kann. Dies sei aber nötig, um die Sicherheit im Luftverkehr permanent zu gewährleisten und die hoheitlichen Rechte der Schweiz rund um die Uhr durchzusetzen.

Bob Fischer

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Weitere lesenswerte Beiträge zur Schweizer Luftfahrt:

Schweizer Luftwaffe will ihre Tiger-Flotte halbieren

Schweizer Belair wird Konkurs anmelden

Erste Schweizerin in einem Fighter-Cockpit der Luftwaffe

Über Bob Fischer

zum Aerobuzz.de
Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.