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Schweizer Kampfjet-Beschaffung: Saab Gripen nicht mehr dabei

Die Schweizer Luftwaffe evaluiert gerade die verschiedenen Kampfflugzeugmuster, die für eine Beschaffung infrage kommen. Überraschend hat der schwedische Hersteller Saab nun auf Empfehlung der Beschaffungsbehörde armasuisse seine Teilnahme zurückgezogen. 

13.06.2019

Der zweite Prototyp der Saab Gripen E ist am 26. November 2018 in Linköping zu seinem ersten Flug gestartet. © Saab

Damit ist der erste Wettbewerber faktisch aus dem Rennen: Der schwedische Flugzeughersteller Saab hat heute überraschend seine Teilnahme an der gerade stattfindenden Evaluierung verschiedener Kampfflugzeuge durch die Schweizer Luftwaffe zurückgezogen, die für Ende dieses Monats auf dem Stützpunkt Payerne vorgesehen war.
„Das eidgenössische Bundesamt für Rüstung armasuisse hat Saab formell empfohlen, mit Gripen E nicht an der kommenden Flug- und Bodenerprobung in der Schweiz teilzunehmen“, teilte Saab heute mit. Die Tests seien nur für Flugzeuge entwickelt worden, die bereits in diesem Jahr einsatzbereit seien.

Gripen E steht noch in der Erprobung

Das trifft auf die Saab Gripen E nicht zu. Sie befindet sich derzeit noch in der Flugerprobung, an der drei Prototypen teilnehmen. Die Gripen E werde aber „Jahre vor der geplanten Auslieferung an die Schweiz in Dienst gestellt werden“, teilte Saab mit. Der Hersteller teilte mit, er glaube, die Gripen E sei die beste Wahl für die Schweiz, und das Angebot vom Januar 2019 stehe noch. Die Schweiz plant die Indienststellung eines neuen Kampfflugzeugs, das die F/A-18 Hornet und die F-5E Tiger II ersetzen soll, ab 2025.

Saab hatte im Januar 2019 seine Angebote für 30 beziehungsweise 40 Gripen E an die armasuisse übergeben. Für die Tests Ende Juni hatte der Hersteller angeboten, neben einem Prototypen der Gripen E auch eine Gripen C, die bereits einsatzbereit ist, zur Verfügung zu stellen. Diese Idee lehnte die armasuisse jedoch ab, weil alle anderen Wettbewerber ihre Fähigkeiten auch mit Plattformen gezeigt haben, die schon heute einsatzbereit seien.

Damit sind dann noch die Dassault Aviation Rafale, die Boeing F/A-18E/F Super Hornet, die Lockheed Martin F-35A Lightning II sowie der Eurofighter Typhoon im Wettbewerb.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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