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Textrons Scorpion scheidet bei OA-X-Wettbewerb aus

Bei den Überlegungen zur Beschaffung eines leichten Kampfflugzeugs als eventueller Nachfolger der A-10 spielt die Scorpion von Textron AirLand keine Rolle mehr. Die United States Air Force hat bekanntgegeben, dass nur noch die beiden Turboprop-Muster Beechcraft AT-6 Wolverine und die Embraer A-29 Super Tucano im Rennen sind.

4.02.2018

Der leichte Kampfjet Scorpion von Textron AirLand spielt bei den weiteren Beschaffungsüberlegungen der USAF keine Rolle mehr. © Textron AirLand

Die United States Air Force (USAF) überlegt schon seit 2009, ein leichtes Kampfflugzeug für die Aufklärung, Bekämpfung von Aufständischen und Trainingsmissionen zu beschaffen. Das OA-X benannte Programm gipfelte im vergangenen Sommer in einem fliegerischen Vergleich der vier Kandidaten. Neben dem zweistrahligen Scorpion-Jet von Textron AirLand waren die Beechcraft AT-6 Wolverine und die Sierra Nevada/Embraer A-29 Super Tucano sowie die L3 Longsword zu dem Vergleichsfliegen auf der Holloman Air Force Base im US-Bundesstaat New Mexico angetreten.

Nun hat die USAF bekanntgegeben, dass nur noch die AT-6 Wolverine sowie die A-29 Super Tucano  „als die vielversprechendsten Muster“ weiter untersucht würden. Dies ist ein massiver Rückschlag für die Versuche von Textron AirLand, die dringend einen Erstkunden für das selbst finanzierte und entwickelte Flugzeugprojekt Scorpion suchen. Wenn die US-Sreitkräfte das Muster nicht unterstützen, wird es für Textron AirLand sehr schwer, internationale Kunden zu akquirieren.

Nur noch zwei Kandidaten im Wettbewerb

Die AT-6 und die A-29 werden nun in einer zweiten Programmphase, die von Mai bis Juli dieses Jahres dauert, auf der David Montan Air Force Base im US-Bundesstaat Arizona weiter auf ihre Tauglichkeit für die angestrebten Missionen getestet.

Die USAF will ein leichtes Kampfflugzeug beschaffen, damit sie die teuren Fighter der vierten und fünften Generation bei kleinen Scharmützeln schonen kann. Allerdings hat sie noch kein Budget für die Beschaffung in ihre bisherige Planung eingestellt. Am 12. Februar wird der neue Haushaltsentwurf vorgestellt, dann wird sich zeigen, wann die USAF überhaupt einen Kauf im Rahmen des OA-X-Programms tätigen kann. Beim Start des Programms war ein Bedarf von rund 100 Flugzeugen identifiziert worden, zuletzt war allerdings nur noch von einem Bedarf von 15 Flugzeugen für die USAF die Rede.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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