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Übung Frisian Flag 2019 erfolgreich abgeschlossen

Der Flugplatz Leeuwarden war von Montag den 1. April bis Freitag 12. April Gastgeber der internationalen Übung Frisian Flag 2019. Die internationale Übung ist eine der größten ihrer Art in Europa und stellte komplexe Luftlagen dar, bei denen sich die Teilnehmer der verschiedenen Luftstreitkräfte unterschiedlichen Situationen stellen mussten.

17.04.2019

Verbandsflug von zwei Eurofightern der Luftwaffe und zwei F-16 der RNLAF im Rahmen von Frisian Flag 2019. © Bob Fischer

Es ist heutzutage fast unmöglich, das eigene Land zu verteidigen oder Missionen zu fliegen, ohne dabei mit Streitkräften anderer Länder zusammenzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit setzt aber voraus, dass diese internationale Kooperation zuvor auch trainiert worden ist. Selbst eine Übung wie die regelmäßig auf dem Stützpunkt der Royal Netherlands Air Force (RNLAF) in Leeuwarden stattfindende Frisian Flag kann nie die Wirklichkeit ersetzen, aber sie ist ein hervorragender Weg, um Piloten auf realistische Missionsszenarien vorzubereiten.

Frisian Flag 2019 in Leeuwarden

Die jüngsten Missionen zeigen deutlich die Wichtigkeit von internationaler Zusammenarbeit. Seit Anfang 2018 waren niederländische F-16 zusammen mit Koalitionspartnern fast täglich über dem Irak und Ost-Syrien aktiv. Sie unterstützten die Bodentruppen in ihrem Kampf gegen die Terrororganisation IS. Regelmäßig wurden dabei auch Waffen eingesetzt, meistens in Ost-Syrien. Die Flugzeuge der Koalition haben IS-Ziele angegriffen wie beispielsweise Fahrzeuge, Logistiklager und Stellungen schwerer Waffen. Bis Ende 2018 hat die Koninklijke Luchtmacht (KLu) sechs F-16 für diese Mission gestellt. 2019 stellen die Niederlande F-16 für verschiedene schnelle Eingreiftruppen der NATO zu Verfügung. 2014 und 2017 haben die Niederlande im NATO-Verband einige Monate von Litauen aus den Luftraum der Baltischen Staaten im Rahmen von Air Policing-Missionen geschützt.

In der Luft, am Boden und über dem Meer

Während Frisian Flag trainieren die teilnehmenden Besatzungen unter anderem Luftverteidigung, offensive Missionen, sowie Begleitschutzmissionen für andere Flugzeuge. Weitere Szenarien, die im Rahmen von Frisian Flag trainiert werden, sind beispielsweise Missionen zum Aussschalten fester und beweglicher Ziele am Boden oder auf See. Dabei arbeiten die Fighter entweder autark oder auch mit Einheiten der Marine oder des Heeres zusammen wie beispielsweise Forward Air Controllers.

Bei Frisian Flag geht es um Führung von Verbbänden und Präzision in der Ausführung der Einsätze. Erfahrene Piloten entwickeln große und komplexe Missionen und führen diese dann auch durch. Jeden Tag plant und führt ein anderer Teilnehmer eine Trainingsmission und berichtet danach. So entwickeln sie Führungsqualitäten, die man auch bei echten Missionen braucht. Ein wichtiger Bestandteil der Übungen sind die sogenannte „Rules of Engagement“. Sie sind als internationale Regeln wichtig. denn sie bestimmen, was und unter welchen Voraussetzungen die Soldaten während einer Mission machen dürfen. Frisian Flag ist einer der größten Übungen ihrer Art in Europa. Aufgrund ihrer Größe und des hohen Niveaus hat sie einen großen Trainingswert für die Piloten.

Seit 1999 läuft die internationale Übung Frisian Flag unter ihrem heutigen Namen. Er ist abgeleitet von der Provinz, in der der Flugplatz Leeuwarden liegt. Auch in anderen Ländern gibt es „Flag“-Übungen, wie beispielsweise Maple Flag in Kanada und die berühmten Red Flag-Übungen in den USA.

2019 haben Mirage 2000D der EC003 aus Nancy in Frankreich, F/A-18C der 11. Staffel aus Meiringen in der Schweiz, deutsche Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 31 aus Nörvenich, polnische F-16C/D der 3/6 ELT aus Poznan, F-16C der 179th Fighter Squadron/148th Fighter Wing der Minnesota Air National Guard aus Duluth sowie holländische F-16AM/BM der 312, 313 und 322 Squadron teilgenommen. Das britische Unternehmen Cobham flog mit einer modifizierten Dassault Falcon 20 Einsätze, mit denen die elektronische Kriegsführung simuliert wurde.

Die Schweizer F/A-18C Hornet, die zum ersten Mal an einer Frisian Flag-Übung teilgenommen haben, nach anderthalb Woche wieder heimfliegen, da dort zu wenig Hornets für die Luftraumüberwachung in der Schweiz zur Verfügung standen.

Bob Fischer

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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