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USA genehmigen C-130J-Verkauf an die Luftwaffe

Das US-Außenministerium hat den Verkauf von sechs C-130J Super Hercules an Deutschland genehmigt. Darüber unterrichtete die Rüstungsexport-Agentur Defense Security Cooperation Agency am Freitag den US-Kongress.

7.05.2018

Die C-130J Hercules der Luftwaffe sollen auf dem französischen Fliegerhorst Evreux stationiert werden. © US Air Force/Chris Birdwell

Auch wenn in Berlin derzeit noch kräftig um den Bundeshaushalt – auch um das künftige Budget des Verteidigungsministeriums – gerungen wird, so macht die geplante Beschaffung von sechs Transportflugzeugen des Typs C-130J Super Hercules von Lockheed Martin deutliche Fortschritte.

Die C-130J auf der ILA in Berlin:

Das US-Außenministerium hat am Freitag über die Rüstungsexport-Agentur Defense Security Cooperation Agency (DSCA) den US-Kongress informiert, dass es den Verkauf von drei militärischen Transportflugzeugen der verlängerten Version C-130J-30 sowie von drei Transport-/Tankflugzeugen vom Typ KC-130J genehmigt habe. Der Gesamtwert des Auftrags beläuft sich auf 1,4 Milliarden US-Dollar (1,16 Milliarden Euro).

Genehmigung umfasst auch Ausrüstung

In dem genehmigten Paket sind neben den Flugzeugen auch insgesamt 28 Turboprop-Triebwerke vom Typ Rolls-Royce AE-2100D (darunter vier Ersatztriebwerke), Ausbildung und technische Dokumentation enthalten. Das US-Außenministerium hat an weiterer Ausrüstung für die sechs Flugzeuge genehmigt:

  • acht Link-16 MIDS-Terminals (multifunktionale Funk- und Navigationssysteme)
  • acht AN/ALE-47 Täuschkörperwerfer (Electronic Countermeasure Dispenser) zum Selbstschutz gegen infrarot- und radargelenkte Lenkflugkörper
  • acht AN/AAR-47A(V)2 Warnsysteme vor anfliegenden Raketen
  • acht MX-20 Infrarot-Sichtsysteme
  • acht AN/APX-114/199 Freund-Feind-Identifikationssysteme
  • Nachtsichtgeräte
  • Geräte für die sichere Kommunikation
  • Joint Mission Planning Systeme

Das Außenministerium nimmt in seiner Genehmigung zur Kenntnis, dass die Flugzeuge in ein gemeinsames französisch-deutsches Geschwader eingebracht werden, in dem Besatzungen beider Nationen uneingeschränkten Zugriff auf die Flugzeuge haben. Es nennt als Stationierungsort des Geschwaders auch Evreux in Frankreich.

„Der Verkauf der Flugzeuge und der Ausrüstung werde das militärische Gleichgewicht in der Region nicht verändern“, schlussfolgert das Außenministerium in seiner Mitteilung. Es hebt in der Mitteilung auch hervor, dass keine Offset-Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Verkauf getroffen worden seien. Lockheed Martin sei der Hauptvertragspartner bei dem Verkauf.

Auch wenn die Genehmigung des Verkaufs nun vorliegt, gibt es noch keinen formellen Beschaffungsvertrag von deutscher Seite. Darüber muss der Bundestag noch entscheiden.

Frankreich hat bereits die erste C-130J erhalten. Die Armée de l’Air hat das Flugzeug auf der ILA in Berlin in der letzten April-Woche ausgestellt.

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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