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USAF testet Alpha Jets auf der Edwards Air Force Base

Trotz eines gigantischen Budgets sucht die United States Air Force (USAF) nach Wegen, ihren Betrieb kostengünstiger zu gestalten. Derzeit erprobt die 412th Operations Group auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien zwei Alpha Jets als Chaseplane bei der Flugerprobung.

20.08.2018

Die United States Air Force testet momentan die Tauglichkeit des Alpha Jet als Chaseplane bei Flugversuchen über der Mojave-Wüste. © Ethan Wagner/USAF

Bevor ein neues Fluggerät, eine neue Bewaffnung oder eine Modifikation von bestehenden Mustern von der US Air Force (USAF) in den aktiven Dienst genommen wird, muss es umfangreich erprobt werden. Dafür betreibt die USAF unter anderem die Edwards Air Force Base in der kalifornischen Mojave-Wüste. Dort herrschen fast das Jahr über ideale Flugbedingungen, und die ausgetrockneten Salzseen in der Umgebung bieten eine Vielzahl von Notlandeplätzen, sollte ein Testflug einmal schiefgehen.

Doppelsitzer für Fotoflüge

Die 412th Operations Group auf der Edwards Air Force Base begleitet mit ihren Flugzeugen eine Vielzahl von Testflügen. Bislang nutzt die Einheit dafür die zweisitzigen F-16D mit einem Piloten und einem Beobachter an Bord. Aber seit mehreren Wochen fliegt die Einheit auch Missionen mit zwei zivil registrierten Dassault/Dornier Alpha Jet. „Unser Hauptbegleitflugzeug ist die F-16, die wirklich sehr leistungsstark ist“, sagt Christopher Klug, der Technische Direktor der 412th Operations Group. „Die Nachfrage nach Unterstützung – meistens Begleitflüge zur Sicherheit und für die Zieldarstellung – benötigen kein so leistungsfähiges Flugzeug wie die F-16. Obwohl der Alpha Jet natürlich nicht so leistungsfähig ist wie die F-16, kann er sehr wohl Aufgaben im Rahmen der Testmissionen erfüllen, die keine F-16 erfordern.“

Die 412th Operations Group testet auf der Edwards Air Force Base zwei Alpha Jets als Ergänzung zu ihren F-16D. © Ethan

Die beiden Alpha Jets stammen von den Firmen Modern Technology Solutions, Inc. und Gauntlet Aerospace und sind an die USAF vorübergehend verleast. Die 412th Operations Group testet, ob sie das Muster, das in den siebziger Jahren von Dassault Aviation und der Dornier GmbH in Frankreich und Deutschland entwickelt worden ist, für ihre Zwecke verwenden kann. Die Alpha Jets sollen in erster Linie bei ihren Begleitflügen Fotos und Videos von den zu testenden Flugzeugen aufnehmen. Dafür ist ein doppelsitziges Flugzeug unabdingbar. Christopher Klug sagte, die Alpha Jets seien gut geeignet für kürzere Missionen, die unterhalb von 30.000 Fuß und bei Geschwindigkeiten unter Mach 0.80 stattfänden. Bislang haben die beiden Alpha Jets Testeinsätze mit F-15 Eagle, F-16 Fighting Falcon, F-22 Raptor, B-1B und F-35 Lightning II begleitet.

Zu wenige F-16-Doppelsitzer

„Die F-16 ist natürlich eine vielseitigere Foto-Plattform als der Alpha Jet, aber es gibt einfach nicht genügend F-16D, um alle Anforderungen abzudecken“, sagte Christian Turner, Media Fusion Aerial Photography Manager bei der 412th Operations Group. „Die Testpilotenschule der USAF hat eine hohe Priorität, wenn es darum geht, D-Modell der F-16 anzufordern, da sie bei fast jedem Ausbildungsflug einen Lehrer im Cockpit benötigen. Mit den Alpha Jets haben wir einfach mehr Zugriff auf ein zweisitziges Chaseplane zum Fotografieren.“

Die USAF will noch mehr Daten über den Alpha Jet sammeln und diese danach auswerten, um zu beurteilen, ob das Muster künftig dauerhaft als Chaseplane auf der Edwards Air Force Base zur Verfügung stehen soll.

Die Flying Bulls haben eine Flotte von vier demilitarisierten Alpha Jets. © Flying Bulls

Insgesamt wurden 508 Alpha Jets gebaut. Sie sind heute noch in Frankreich, Belgien, Ägypten, Portugal, Thailand und einigen afrikanischen Staaten im Einsatz. Außerdem fliegen die französische Testpilotenschule EPNER sowie die britische Empire Test Pilot School das Muster. Zu den privaten Nutzern des Typs gehören die Flying Bulls aus Salzburg, die ihre vier demilitarisierten Alpha Jet regelmäßig in Europa vorfliegen.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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