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Bremer VFW 614 kommt zu Airbus nach Finkenwerder

Die auf dem Airbus-Werksgelände am Flughafen Bremen eingelagerte VFW 614 wird im kommenden Jahr nach Hamburg transportiert, wo sie die Sammlung historischer Flugzeuge ergänzt.

24.11.2017

Die VFW 614, die derzeit noch in Bremen eingelagert ist, wird im Frühjahr nach Hamburg transportiert und ergänzt dort die Museumswiese. © Airbus

Airbus erlebt derzeit einen historischen Hochlauf seiner Flugzeugproduktion und benötigt  auch am Standort Bremen mehr Platz. Deswegen hat die Geschäftsleitung von Airbus Deutschland entschieden, das Exemplar des historischen Zweistrahlers VFW 614, das derzeit noch auf dem Airbus-Werksgelände in Bremen eingemottet ist, nach Hamburg-Finkenwerder zu verlegen.

Dort wird der Jet auf der so genannten Museumswiese im Norden des Werksgeländes zusammen mit weiteren historischen Flugzeugen ausgestellt. Neben einer kürzlich überholten und mit Glanzlack versehenen C-160 Transall, einem HFB 320 Hansa Jet und einer Nord N2501 Noratlas steht dort auch noch ein Propllerflugzeug vom Typ Super Guppy, mit dem jahrelang Bauteile und Baugruppen von Airbus-Flugzeugen zwischen den einzelnen Airbus-Standorten transportiert worden sind. Dr. Georg Mecke, Standortleiter von Airbus in Hamburg, sagte: „Die Bremer VFW 614 wird eine sinnvolle Ergänzung auf unserer Hamburger Museumswiese sein, zumal dieses Flugzeug als Versuchsträger für das Flugsteuerungssystem der A380 eingesetzt wurde.“

Die VFW 614 wird die Sammlung historischer Flugzeuge auf der Museumswiese am Standort Finkenwerder ab 2018 ergänzen. © Airbus

Die Museumswiese ist für die Öffentlichkeit nur im Rahmen einer Werksführung zugänglich. Trotzdem zählt Airbus dort jährlich rund 60.000 Besucher.

Entwickelt in Bremen, gebaut in Lemwerder

Die VFW 614 wurde Ende der sechziger Jahre in Bremen entwickelt. „Sie ist ein wichtiger Teil unseres Airbus-Erbes“, sagte Dr. André Walter, Standortleiter von Airbus in Bremen, der sich darüber freut, dass man nach einer langjährigen, vergeblichen Suche nach einem Standort zur Unterbringung in Bremen nun eine langfristige Lösung für das Flugzeug gefunden hat.

Die unkonventionelle Anordnung der beiden Triebwerke in Pylonen oberhalb der Tragflächen sollte den Betrieb des Kurzstreckenjets auf unvorbereiteten Pisten ermöglichen und das Ansaugen von Sand und Steinen verhindern. Der Erstflug des ersten von insgesamt drei Prototypen fand im Juli 1971 in Bremen statt. Die Serienproduktion der VFW 614 erfolgte im nur wenige Kilometer nordwestlich gelegenen Lemwerder. Allerdings wurden aufgrund schleppender Nachfrage zwischen 1975 und 1977 nur 16 Serienflugzeuge gebaut.

Karriere als Technologieträger beim DLR

Die letzten Nutzer des Musters waren die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die das Muster zu einem Versuchsflugzeug mit Fly-by-Wire-Steuerung umgebaut hatten. Der Technologieträger ATTAS wurde als letztes Exemplar des Musters 2012 aus dem Flugbetrieb genommen und steht nun in der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums.

Das Konzept der über den Tragflächen angebrachten Triebwerke ist sonst nur bei dem leichten Business Jet HondaJet von Honda Aircraft aus Greensboro in South Carolina zu finden.

Bob Fischer

 

 

 

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Über Bob Fischer

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Bob Fischer ist PPL-Inhaber mit diversen Ratings. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Luftfahrtmagazinen auf der ganzen Welt. Bob hat eine große Erfahrung in Air-to-air-Fotografie mit Jets, Kolbenmotor- und Turbopropflugzeugen.

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