Homepage » Aero-Kultur » Dessau feiert 100 Jahre Erstflug der Junkers F13

Dessau feiert 100 Jahre Erstflug der Junkers F13

Mit einem Festakt, der Enthüllung eines Hugo-Junkers-Denkmals sowie einer feierlichen Gala wurde gestern in Dessau des 100. Jahrestages des Erstfluges der Junkers F13 gedacht. Die einzige fliegende F13 war aus Dübendorf nach Dessau gekommen und stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.

26.06.2019

Winken aus dem Cockpit beim tiefen Überflug in Dessau: Die Piloten der Junkers F13 HB-RIM genossen den Jubiläumstag. © V. K. Thomalla

Vor 100 Jahren, am 25. Juni 1919, startete auf dem damaligen Flugplatz Dessau-Alten ein Flugzeug zum Erstflug, das die Welt verändern sollte: Die Junkers F13. Die aus Wellblech gefertigte Einmot war das erste Verkehrsflugzeug der Welt und Wegbereiter des modernen Luftverkehrs. Nach über 300 gebauten Exemplaren wurde 1932 die Serienfertigung des Flugzeugs eingestellt. In Kolumbien und Venezuela flog das Muster noch bis in die sechziger Jahre. Trotzdem haben nur ganze sechs Exemplare die Zeit überdauert und stehen in Museen in Dessau, München, Winnipeg, Le Bourget, Budapest und Stockholm.

Junkers F13 in Dessau

Am heutigen Flugplatz in Dessau – der auch nach dem Pionier Hugo Junkers benannt ist – fand gestern zum Erstflug-Jubiläum ein kleines Fly-in historischer Flugzeuge statt. Star dieses Fly-ins war natürlich der fliegende Nachbau der Junkers F13, der aus Dübendorf nach Dessau gekommen war und während des gesamten Tages Rund- und Fotoflüge durchführte. Zu den Flugzeugen, die die Veranstaltung würdig ergänzten, gehörten eine Beech 18, eine Focke-Wulf FW 44 Stieglitz, eine Polikarpow Po-2, eine Cessna 185, eine RV-6A sowie eine Boeing Stearman.

Junkers-Denkmal an der Friedensbrücke

Bereits am Nachmittag wurde an der Dessauer Friedensbrücke ein Denkmal eingeweiht, das an den Industriellen, an den Visionär, an den überzeugten Demokraten und an den Luftfahrtpionier Hugo Junkers erinnern soll. Das Denkmal wurde innerhalb von nur einem halben Jahr geplant, genehmigt, gebaut und aufgestellt. Es stellt den Ikarus aus dem Logo der Junkers-Werke dar, der mit ausgebreiteten Armen Ideen und Menschen willkommen heißt und zu Höherem strebt. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, sprach sowohl bei der Denkmalseinweihung als auch beim späteren Festakt im Technikmuseum Hugo Junkers und unterstrich die Bedeutung des Industriellen und Visionärs für die Stadt Dessau-Roßlau und das Land Sachsen-Anhalt. Er erinnerte daran, welche Innovationskraft die Junkers-Werke in den zwanziger Jahren für die Region hatten. Gemessen an der damaligen Einwohnerzahl gab es wohl keine andere Stadt, in der mehr Patente erarbeitet worden sind als Dessau. Mit Dieter Morszeck, dem Initiator und Förderer des Projekts „Wiedergeburt der Junkers F13“ hatte der Förderverein des Technikmuseums Hugo Junkers einen Mäzen gefunden, der die Errichtung des Denkmals finanziert hat.

Ein Gala-Abend in einem extra errichteten Festzelt auf dem Flugplatz rundete die Jubiläumsaktivitäten stilvoll ab. Die geladenen Gäste erlebten einen Abend mit überraschenden künstlerischen Darbietungen der Münsteraner Performance-Künstler „Robert Nippoldt und das Trio Größenwahn“, die die Zuschauer mit ihrer ansprechenden Unterhaltung in die zwanziger Jahre versetzten.

Dieter Morszeck gab in Dessau auch einen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten der Schweizer Junkers Flugzeugwerke AG. In Dübendorf sind die Mitarbeiter mit der Endmontage der zweiten F13 gut vorangekommen. In zwei Monaten, so schätzt Morszeck, wird die zweite Junkers F13 fertig endmontiert sein und am Himmel über Europa zu sehen sein.

Volker K. Thomalla

 

 

Folgen Sie uns auf Twitter
Liken Sie uns auf Facebook

 

 

Schon gelesen? Weitere Beiträge zum Thema Junkers F13:

Junkers Flugzeugwerke stellen die F13 auf der EBACE aus

Die zweite Junkers F13 steht kurz vor ihrer Fertigstellung

Die Junkers F 13 ist zugelassen – 99 Jahre nach dem Erstflug

 

 

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.