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Die „Landshut“ landet am Samstag in Friedrichshafen

Die Boeing 737 "Landshut", die 1977 von Terroristen entführt und in Mogadischu von der GSG 9 befreit wurde, ist demontiert und wird am 23. September an Bord einer  einer Antonow An-124 in Friedrichshafen landen. Sie soll in Friedrichshafen restauriert und ausgestellt werden.

18.09.2017

Die Boeing 737 "Landshut" verrottete auf dem Flugplatz Fortaleza in Brasilien. © Auswärtiges Amt

Die ehemalige Lufthansa Boeing-737-200 „Landshut“ verrottete seit 2008 flugunfähig auf dem brasilianischen Flughafen Fortaleza, und wäre dort wahrscheinlich verschrottet worden, wenn nicht das Auswärtige Amt, die Dornier-Stiftung und die Bild-Zeitung aktiv geworden wären. Das Auswärtige Amt hat das Flugzeug für 20.000 Euro vom Flughafenbetreiber gekauft, und in den letzten Wochen haben Spezialisten der Lufthansa Technik das Flugzeug vor Ort fachgerecht zerlegt.

Nun werden die Baugruppen es in zwei Flugzeuge verladen, eine An-124 „Russland“ und eine Iljuschin Il-76. Die beiden bringen die Landshut nach Friedrichshafen, wo sie vom Dornier-Museum restauriert werden soll. Bis zum Beginn der Wiederaufbau-Arbeiten lagern die Teil des Flugzeugs in einer Halle neben dem Dornier-Museum. Danach wird das Flugzeug im Dornier-Museum dauerhaft ausgestellt.

Die Boeing 737-200 „Landshut“ im Flug. Sie war 1977 von RAF-Terroristen entführt worden. © Archiv Lufthansa

Die An-124 befördert den Rumpf der „Landshut“. Ihre Reichweite erfordert eine Zwischenlandung, die nach heutiger Planung auf den Kapverdischen Inseln erfolgt. Das große Frachtflugzeug braucht eine Sondergenehmigung, um auf dem Flughafen Friedrichshafen überhaupt landen zu dürfen. Der Anflug wird höchstwahrscheinlich über Meckenbeuren in Richtung Bodensee erfolgen. Die Landung ist für 9.00 Uhr vorgesehen.

Il-76 liefert die Flügel der „Landshut“

Die Tragflächen der Boeing 737 liefert dann eine weitere vierstrahlige Maschine, eine Iljuschin Il-76, die gegen 13.00 Uhr in Friedrichshafen landen soll.

Das Dornier-Museum begrüßt die Ankunft seines künftigen Ausstellung-Highlights mit einem Bürgerfest. Für Museumsdirektor David Dornier ist de Samstag ein Freudentag: „Das höchst engagierte Team des Dornier Museums hat viel Kraft und Zeit investiert, um die „Landshut“ nach Hause zu holen. Dass es jetzt gelungen ist, macht uns stolz.“

Das Museum öffnet am Samstag schon ab 8.00 Uhr seine Türen. Einen festen Eintrittspreis wird es an diesem Tag nicht geben. Unter dem Motto „zahle, was du willst“ darf jeder Besucher selbst entscheiden, wieviel er bezahlt und damit das Landshut-Projekt unterstützt.

Bürgerfest zur Ankunft in Friedrichshafen

Die Besucher erwartet nach der Landung der Antonow An-124 bis in den Nachmittag hinein ein buntes und informatives Programm. Eine Video-Übertragung erlaubt den Besuchern, die Öffnung der Antonow An-124 live mitzuerleben. In Kurztalks wird an die Ereignisse aus dem Deutschen Herbst 1977 erinnert, Experten werden Details der Demontage und des Transports erläutern. Außerdem ist für musikalische Unterhaltung und eine gastronomische Versorgung der Besucher gesorgt.

Das Dornier-Museum in Friedrichshafen wird die frühere Lufthansa-Boeing 737-200 „Landshut“ restaurieren und ausstellen. © Volker K. Thomalla

Die Kosten für die Restaurierung des Flugzeugs sind noch nicht abzusehen. Deshalb hofft die Dornier Stiftung auch auf Spenden für das Projekt „Landshut“ und hat ein Spendenkonto (Stichwort Landshut) bei der Commerzbank Konstanz (IBAN: DE87 6904 0045 0276 6780 00, BIC: COBADEFFXXX) eingerichtet.

Volker K. Thomalla

Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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