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JU-AIR rüstet ihre Flugzeuge auf Pratt & Whitney-Motoren um

Die schweizerische JU-AIR hat mit der Grundüberholung ihrer drei Ju-52 begonnen. Dabei ersetzen die Techniker auch die bisher verwendeten BMW-Sternmotoren gegen Motoren von Pratt & Whitney, für die es noch ausreichend Ersatzteile gibt. Ab 2021 sollen die Ju-52 dann wieder in die Luft gehen. 

6.06.2019

Die drei verbliebenen Ju-52 der JU-AIR, darunter auch die hier im Bild gezeigte HB-HOP, werden auf Motoren von Pratt & Whitney umgerüstet. © JU-AIR

Gute Nachrichten für alle Freunde der historischen Luftfahrt: Die Schweizer JU-AIR hat begonnen, ihre drei verbliebenen Ju-52 (HB-HOP, HB-HOS und HB-HOY) von Grund auf zu überholen. Das Luftfahrtunternehmen hat eine Spezialfirma mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt. Die schweizerische Luftfahrtbehörde Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ist in den Prozess eingebunden und wird die einzelnen Schritte bei der Instandhaltung der Flugzeuge genehmigen und ihre korrekte Durchführung überprüfen.

Die HB-HOS soll nach ihrer Grundüberholung 2021 wieder fliegen. Das Foto zeigt sie über dem Zürichsee. © JU-AIR

Die Ju-52 mit dem Kennzeichen HB-HOS ist das erste Flugzeug, das grundüberholt wird. Sie wurde 1939 fabrikneu an die Schweizer Luftwaffe ausgeliefert und blieb bis 1981 in den Diensten der Armee. 1983 wurde sie von der JU-AIR übernommen. Die Grundüberholung der anderen beiden Ju-52 wird später begonnen, gab die JU-AIR bekannt. Der genaue Zeitplan hänge auch davon ab, wie die Arbeiten am ersten Flugzeug vorankämen.

Aus für die BMW-Motoren

Im Rahmen der Grundüberholung wird die JU-AIR die bisher verwendeten BMW 132-Neunzylinder-Sternmotoren entfernen und gegen Pratt & Whitney R-1340 Wass-Sternmotoren austauschen. Für die Wass-Motoren gibt es – im Gegensatz zu den BMW-Motoren – noch ausreichend neue Ersatzteile.

Die Schweizer Flugunfall-Untersuchungskommission hatte bei der Überprüfung der JU-AIR im Nachgang des Absturzes der HB-HOT im August 2018 Mängel bei der Dokumentation in der Wartung sowie bei der Ersatzteillagerung festgestellt. Dieses Problem geht die JU-AIR an und wird „im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs die Wartung der Flugzeuge und Motoren neu organisieren“, teilte die mit.

Das Unternehmen will über den Fortgang der Arbeiten regelmäßig auf verschiedenen Medienkanälen berichten und außerdem spezielle Führungen im Fliegermuseum in Dübendorf anbieten, bei denen die Revision des Rumpfes besichtigt werden kann. Es ist vorgesehen, dass die HB-HOS im Frühling 2021 wieder in den Flugbetrieb zurückkehrt.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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