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P 300 Equator: Von der AERO 2018 ins Museum

Im Messe-Foyer bildete das Amphibienflugzeug Pöschel P 300 Equator zwischen vielen Drohnen einen richtigen Blickfang. Der Messeauftritt ist allerdings eine Verabschiedung, denn nach der Messe soll das einmotorige Flugzeug an das Deutsche Museum in München gehen.

21.04.2018

Die künftige Heimat des Amphibienflugzeugs Pöschel P 300 Equator wird künftig die Flugwerft des Deutschen Museums in Oberschleißheim sein. © Volker K. Thomalla

Im Foyer West der Messe Friedrichshafen trafen während der AERO 2018 Hightech und „Historic Tech“ aufeinander. Umringt von Drohnen wie eine Glucke von ihren Küken ragte das Amphibienflugzeug P 300 Equator von Günter Pöschel aus der Vielzahl der dort ausgestellten kleinen Fluggeräte heraus.

Das einmotorige Amphibienflugzeug gab quasi seine Abschiedsvorstellung aus dem Kreis der aktiven Allgemeinen Luftfahrt, da es nach der Messe ins Deutsche Museum nach München gebracht wird. Der Konstrukteur sagte in Friedrichshafen: „Das ist ein wahrhaft passender Rahmen, wo die Pionierleistungen der Vergangenheit kritisch dokumentiert werden, um die Zukunft für unseren Nachwuchs zu sichern.“

Amphibium in Kunststoff-Bauweise

Die P 300 Equator ist komplett in Faserverbundbauweise entstanden. Dank des tief am Rumpf angesetzten Flügels kommt das Flugzeug ohne Stützschwimmer oder Stummelflügel aus. Der Laminarflügel stabilisiert das Flugzeug auf dem Wasser.

Die P 300 B2 Equator hatte 1982 vom Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig ihre Vorläufige Verkehrszulassung (VVZ) erhalten. Vier Tage später startete sie in Friedrichshafen zu ihrem ersten Flug. Bis Ende 1985 sammelte sie im Rahmen der Flugerprobung rund 300 Flugstunden. „Weil der Markt damals zusammenbrach, auch wegen der Gesetze zur Produkthaftung in den USA, ruht das Projekt seitdem. Das Flugzeug stand danach über 30 Jahre am Flugplatz Erbach bei Ulm im Freien.

Mit Hilfe mehrere Sponsoren hat der Konstrukteur Günter Pöschel das Flugzeug nun wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und die Außenhaut von dem angesammelten Dreck der vergangenen drei Jahrzehnte befreit. Anschließend wurde sie neu lackiert und nach Friedrichshafen gebracht, um auf der AERO gezeigt zu werden. Dr. Robert Kluge von der Abteilung Luftfahrt des Deutschen Museums, freut sich, das Flugzeug bald im Museum zeigen zu können: „Wegen ihrer Vielfalt an technischen Besonderheiten wäre die Equator ein spannendes Stück deutscher Flugzeugbaugeschichte der 1970er und 1980er Jahre für unsere Ausstellung in Schleißheim.

Volker K. Thomalla

 

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla war von 2016 bis 2018 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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