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LBA verlängert Gültigkeit von Lizenzen und Berechtigungen

Da Inhaber von Luftfahrtlizenzen derzeit wegen fehlender Möglichkeiten für Überprüfungsfüge und anderen Befähigungsüberprüfungen ihre Verlängerunsgfristen nicht einhalten können, hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig auf Anregung der EASA eine Allgemeinverfügung erlassen, die vielen Lizenzinhabern hilft. 

24.03.2020

Piloten im Cockpit eines Airbus A319. © Angelo Giampiccolo/Depositphotos

Die Coronakrise hat die Luftfahrt weitgehend an den Boden gezwungen. Das betrifft nicht nur die Airlines, sondern auch die General Aviation und die Business Aviation. Piloten müssen ihre Medicals, Lizenzen und Berechtigungen erneuern beziehungsweise verlängern. Verpassen sie eine Frist, kann das weit reichende Folgen bis hin zum Lizenzverlust haben.

Angesichts der Coronakrise hatte die Europäische Agentur für Flugsicherheit bereits Mitte des Monats die nationalen Luftfahrtbehörden aufgefordert, Lösungen zu finden, damit Lizenzinhaber – neben fliegendem Personal also auch Techniker und Prüfer – ihre Lizenzen und Berechtigungen nicht verlieren, weil sie nicht in der Lage sind, die vorgeschriebenen Überprüfungen zu absolvieren.

Das Luftfahrt-Bundesamt hat gestern eine Allgemeinverfügung zum Thema Verlängerung von Lizenzen, Berechtigungen und Zertifikaten veröffentlicht, die seit heute gültig ist. Der vollständige Text der Allgemeinverfügung kann hier als pdf heruntergeladen werden.

Die Allgemeinverfügung des LBA gilt ausschließlich für Lizenzen und Berechtigungen, die das Luftfahrt-Bundesamt ausgestellt hat. Die Länderbehörden und Verbände erarbeiten derzeit eigene Vorschriften, die ebenfalls auf eine Verlängerung der Ablauffristen von Lizenzen und Berechtigungen hinauslaufen.

Bundesländer arbeiten an einer Regelung

Instrumentenflugberechtigungen (IR) werden nach der Allgemeinverfügung um vier Monate über das Ablaufdatum hinaus verlängert, Lehrberechtigungen und Prüferberechtigungen werden bis zum 30.11.2020 verlängert. Prüfer, die diese Verlängerung in Anspruch nehmen, müssen das LBA darüber mit einer E-Mail (prueferangelegenheiten@lba.de) informieren. Die Gültigkeit von Spracheinträgen werden bis zum 30. November dieses Jahres verlängert.

„Die Gültigkeit von Tauglichkeitszeugnissen Klasse 1, Klasse 2 und LAPL nach Anhang IV der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, deren Gültigkeitsdauer zwischen dem 31.03.2020 und dem 31.07.2020 endet, wird über das jeweilige Ablaufdatum hinaus um 4 Monate verlängert, sofern keine Einschränkungen (mit Ausnahme der Auflagen VML, VNL und VDL) bestehen“, heißt es in der Allgemeinverfügung. Hier ist der Satz wichtig „sofern keine Einschränkungen bestehen“. Außerdem gilt die Allgemeinverfügung ebenfalls nur für Tauglichkeitszeugnisse, die der Aufsicht des LBA unterliegen.

Die Verfügung dürfte eine Erleichterung für viele Lizenzinhaber darstellen, denn sie müssen jetzt nicht fürchten, aufgrund der Beschränkungen der Coronakrise ihre aufwändig erworbene Lizenz oder Berechtigung zu verlieren.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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