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Die FAA hat die Gulfstream G500 zugelassen

Gulfstream hat von der Federal Aviation Administration (FAA) heute die Zulassungsurkunden für den neuen, zweistrahligen Langstreckenjet G500 erhalten. Damit ist der Weg frei für die Auslieferungen an die ersten Kunden, die noch in diesem Jahr stattfinden sollen.

20.07.2018

Die Gulfstream G500 erhielt am 20. Juli 2018 ihre FAA-Zulassung. © Gulfstream Aerospace

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat heute der Gulfstream G500 sowohl die Musterzulassung als auch die Produktionszulassung erteilt. Der neue Business Jet aus dem Hause Gulfstream Aerospace hatte zuvor ein umfassendes Flugerprobungsprogramm durchlaufen, in das fünf Prototypen involviert waren. Mark Burns, der Präsident von Gulfstream Aerospace, sagte: „Die Zehntausenden von Stunden im Labor sowie die über 5.000 Flugstunden mit den fünf G500-Prototypen helfen uns, ein reifes und zuverlässiges Hochleistungsflugzeug an unsere Kunden zu übergeben. Wir freuen uns sehr, die Phase der Muster- und der Produktionszulassung hinter uns gelassen zu haben, um nun zur nächsten Phase zu kommen: Flugzeuge auszuliefern.“

Gulfstream G500

Die G500, die zusammen mit ihrer größeren Schwester G600 im Oktober 2014  gelauncht wurde, zeigte während der Flugerprobung bessere Werte als zuvor errechnet worden waren. Gulfstream hatte den Kunden eine Reichweite von 5.000 nautischen Meilen garantiert, nun erhalten sie eine Reichweite von 5.200 nautischen Meilen (9.630 Kilometer). Auch die Startstrecke ist kürzer als garantiert. Statt 1.852 Meter Startstrecke benötigt die G500 nun 1.646 Meter.

Das Symmetry-Cockpit der G500 gehört zu den derzeit modernsten Flight Decks in der Business Aviation. Zur Standardausrüstung gehört ein Enhanced Vision System (EVS) der dritten Generation sowie ein Head-up-Display (HUD) der neuesten Generation. Fünf große Bildschirme bilden alle flug- und systemrelevanten Daten ab. Zusätzlich gibt es verschiedene kleinere Touchscreen-Bildschirme für die Dateneingabe.

Die G500 ist mit einem fortschrittlichen, digitalen Fly-by-Wire-System ausgerüstet, das Gulfstream „Intelligence-by-Wire-System“ nennt. Es umfasst Auto-Throttle, Autopilot und Auto-Braking, um der Besatzung die Arbeit weitgehend zu erleichtern.  Erstmalig an Bord eines Business Jets werden aktive Sidesticks verwendet, das bedeutet, dass beide Piloten am Sidestick fühlen, was der jeweils andere Pilot macht.

Eine weitere Premiere an Bord eines Business Jets ist das Data Concentration Network, dessen Integration einen großen Teil von früher benötigten Kabeln obsolet gemacht hat. Die Kabinenlänge von 12,65 Metern erlaubt die Unterbringung von bis zu 19 Passagieren in der G500. Eine solch‘ dichte Bestuhlung wird wohl nur in den wenigsten G500 zu finden sein. Einer der Erstkunden, das Fractional Ownership-Unternehmen Flexjet aus Cleveland in Ohio, plant beispielsweise lediglich 13 Passagiersitze in der Kabine zu installieren.

Zu den ersten Kunden des Flugzeugs gehört auch Qatar Executive, die Business Aviation-Tocherfirma von Qatar Airways. Sie hatte ihre erste G500 bereits auf der Farnborough International Airshow in dieser Woche gezeigt.

 

Daten Gulfstream G500

Antrieb
MusterPW8014G
ArtTurbofan
HerstellerPratt & Whitney Canada
Startschub 67,36 kN (15.200 lb)
Anzahl2
Abmessungen
Länge27,79 m
Spannweite26,30 m
Flügelfläche88,3 m2
Höhe7,78 m
Kabinenlänge12,65 m
Kabinenbreite2,41 m
Kabinenhöhe1,93 m
Kabinenvolumen48,56 m3
Massen und Mengen
Betriebsleermasse21.251 kg
Max. Passagiere19
MTOW36.106 kg
MLW29.189 kg
Nutzlast2.381 kg
Nutzlast mit max Fuel1.315 kg
Treibstoff13.721 kg
Leistungen
Startstrecke1.646 m
Anfangsreiseflughöhe41.000 ft (12.497 m)
Max. Reiseflughöhe51.000 ft (15.545 m)
Langstrecken-ReisegeschwindigkeitMach 0.85
Schnelle  ReisegeschwindigkeitMach 0.90
Reichweite5.200 nm (9.630 km)
Landestrecke945 m

Volker K. Thomalla

 

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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