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EBACE 2017: Positive Bilanz der Veranstalter

Die EBACE 2017 ist Geschichte. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz der Messe. Sie hat ihren Platz als wichtigste Veranstaltung ihrer Art in Europa souverän verteidigt, auch deshalb, weil sie künftige Probleme bereits heute adressiert.

30.05.2017

Im Static Display der EBACE 2017 waren 56 Geschäftsreiseflugzeuge vertreten. © EBAA

Auch in der Business Aviation ist nicht alles Gold, was glänzt. Dies weiß keiner besser als die Hersteller von Geschäftsreiseflugzeugen, die immer noch mit Überkapazitäten auf dem Gebrauchtmarkt und dem dadurch erzeugten Druck auf die Neupreise zu kämpfen haben. Dennoch war die Stimmung auf der EBACE, die vom 22. bis zum 24. Mai auf dem Messegelände Palexpo in Genf stattfand, relativ gut. Vor allem die europäischen Betreiber von Geschäftsreiseflugzeugen melden steigende Buchungen. Sie führten in Summe in den vergangenen sechs Monaten in jedem einzelnen Monat mehr Flüge durch als im jeweiligen Vorjahresmonat.

Die European Business Aviation Association (EBAA) nannte auf Nachfrage von Aerobuzz.de die Kennziffern der Messe: 413 Aussteller aus 40 Nationen waren vertreten. Die Veranstalter EBAA und NBAA zählten in den drei Messetagen 13.000 Besucher und damit soviel wie im vergangenen Jahr.

Pilatus nutzte das Heimspiel der EBACE 2017 voll aus und präsentierte die dritte PC-24 in Genf. © V. K. Thomalla

Das weiter nach Norden verlegte Static Display war mit 56 Flugzeugen – neuen und gebrauchten – wieder komplett ausgebucht. Zusätzlich dazu hatten drei Hubschraubermuster ihren Weg in die Palexpo-Halle gefunden. Die Verlegung des Static Displays war kein Hinderungsgrund, es nicht zu besuchen. Der eingerichtet Bus-Shuttle funktionierte mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Da Besucher der statischen Ausstellung in diesem Jahr nicht mehr zu Fuß die langgestrickte Halle 7 durchqueren mussten, war es dank des Bus-Transfers sogar einfacher und schneller, das Static Display zu erreichen.

Viele neue Muster auf der EBACE 2017

Und der Weg lohnte sich, denn dort waren die neuesten Business Jets und -Turboprops vertreten: Cessna Citation Longitude, Gulfstream G500, Cirrus SF50 Vision, Dassault Falcon 8X, Pilatus PC-24, Embraer Lineage 1000E, Piper M600, Daher TBM 910, um nur einige zu nennen.

Piper Aircraft erhielt auf der EBACE 2017 die EASA-Zulassung für die Piper M600. © Volker K. Thomalla

Zwei Flugzeuge erhielten gar auf der EBACE ihre Musterzulassung von der EASA überreicht: Die Piper M600 und die Cirrus SF50 Vision.

Nachfrage erholt sich nur langsam

Neue Muster sind auch notwendig, um in den nächsten Jahren bestehende und potenzielle Kunden zu neuen Käufen zu animieren. Dieser Meinung sind mehrere Marktforschungsinstitute. Jetset IQ beispielsweise geht davon aus, dass die Nachfrage nach Geschäftsreisejets sich erst 2019 wirklich erholt, so dass wirkliche Auswirkungen erst 2020 in den Bilanzen der Neuflugzeughersteller zu sehen sind.

Eine weiteres, heiß debattiertes Thema der Messe war der BREXIT. Darüber, welche Auswirkungen der Ausstieg des Vereinigten Königreiches auf die Business Aviation haben werde, wurde mehrfach diskutiert. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Sie reichen von „keine Auswirkungen, alles keine Problem“ bis zu „totale Katastrophe, in der europäischen Business Aviation bleibt kein Stein auf dem anderen.“

Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte zwischen den beiden extremen Standpunkten liegen. Aber die Messe hat sich in diesem Punkten nicht nur als Schaufenster der Industrie etabliert, sondern eben auch als wichtige Informations- und Kommunikationsplattform.

Über Volker K. Thomalla

zum Aerobuzz.de
Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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