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FAA vereinfacht Verfahren zum Verstecken von ADS-B-Daten

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ein Programm gestartet, mit dessen Hilfe Flugzeugeigner und -betreiber online die Sichtbarkeit der Daten ihres Flugzeugs auf Flugverfolgungswebsites einschränken oder unterbinden können. Ab 1. Januar 2020, wenn ADS-B verpflichtend in den USA vorgeschrieben ist, soll das Programm ebenfalls laufen.

5.11.2019

Die US-Luftfahrtbehörde FAA macht es Flugzeugeignern und -betreibern ab 1. Januar 2020 einfacher, flugzeugbezogene Daten trotz ADS-B vor der Öffentlichkeit zu verstecken. © Flightaware.com

Geschäftsreiseflugzeuge sind wichtige Werkzeuge. Sie bringen unter anderem Manager zu wichtigen Terminen, von denen aber nicht jeder erfahren soll, dass sie stattfinden, weil zum Beispiel eine Übernahme einer Firma verhandelt oder eine strategische Partnerschaft angebahnt wird. Außerdem verweisenLuftfahrtverbände auch auf eine potenzielle Sicherheitsgefährdung, wenn bekannt ist, dass ein Flugzeug mit einem hochrangigen Firmenvertreter zu einem bestimmten Flugplatz fliegt.

Wer mit Hilfe von Flugverfolgung-Websites wie Flightradar24.com oder Flightaware.com die Flugzeuge einzelner Unternehmen gezielt verfolgt, kann daraus klare Schlüsse ziehen. Verbände wie die AOPA Germany oder die NBAA, der Verband der US-Geschäftsluftfahrt, haben deshalb schon länger gefordert, die Möglichkeiten zur Flugverfolgung von einzelnen Flugzeugen einzuschränken.

ADS-B ist in den USA ab Januar 2020 Pflicht

Mit der verpflichtenden Einführung von ADS-B in den USA zum 1. Januar 2020 sowie in Europa im Juni 2020 sind künftig sogar mehr Flugzeuge auf den Flugverfolgungswebsites zu sehen als bisher. Bei ADS-B werden Flugzeugdaten wie Kennzeichen, Typ, Flughöhe, Geschwindigkeit und Ziel dargestellt, so dass alle Teilnehmer im Luftverkehr sowie die Flugsicherung wissen, welches Flugzeug wo fliegt.

Bei Geschäftsanbahnungen möchten die Nutzer von Business Jets nicht, dass Wettbewerber wissen, wohin sie gerade fliegen. © Textron Aviation

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nun einen Plan vorgestellt, wie sie diesen Widerspruch zwischen der Sicherheit im Luftverkehr und der Privatsphäre der Flugzeugnutzer lösen will. Der Plan soll bis zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden.

In der ersten Phase des „Privacy ICAO Address (PIA)“ Programms stellt die FAA eine Website online, über die Flugzeugeigner und -betreiber beantragen können, dass Informationen über ihr Flugzeug nicht mehr in Flugverfolgungsdateien auftauchen. Sie erhalten dann ein anonymes Kennzeichen, mit dem ein Betrachter von Flight Tracking-Websites keinerlei Bezug zur wirklichen Identität des Flugzeugs hergestellen kann.

In der zweiten Phase des Programms, die im Juni 2020 implementiert wird, erhalten die nationalen Behörden der Vereinigten Staaten Zugang zu den ADS-B-Daten und können bei Bedarf die Flugzeuge und deren vollen Datensatz sehen.

NBAA ist mit dem Ergebnis zufrieden

Ed Bolen, der Präsident und Hauptgeschäftsführer (CEO) der NBAA, sagte: „Die NBAA und ihre Mitglieder danken der FAA, dass sie so effektiv kooperiert hat, um ein Ergebnis zu erzielen, das ein angemessenes Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Privatsphäre und der Sicherheit einerseits und der Bereitstellung der Flugzeugdaten andererseits darstellt. Die jetzt gefundene Lösung zeigt das langjährige Engagement der NBAA zum Schutz der Privatsphäre und zur Reduzierung von Bedrohungen, einschließlich der Unternehmensspionage, für die Betreiber und Nutzer von Geschäftsreiseflugzeugen.“

Alle Anbieter von Flugverfolgungssoftware müssen nun gegenüber der USLuftfahrtbehörde nachweisen, dass sie in der Lage sind, aktuelle sowie historische Flugzeuginformationen auf Wunsch zu blockieren.

Die FAA hat nun ihr früheres Programm zum Blockieren von Flugzeugdaten umbenannt. Es heißt ab sofort LADD (Limiting Aircraft Data Displayed). Flugzeugbetreiber und -eigner von N-registrierten Luftfahrzeugen können über die LADD-Website beantragen, dass ihre Daten überhaupt nicht mehr sichtbar sind oder nur für bestimmte Anbieter von Flugverfolgungsdiensten zur Verfügung stehen.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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