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Neues Flaggschiff: Gulfstream hat die G700 vorgestellt

Gulfstream Aerospace hat sein neues Flaggschiff, die Gulfstream G700, am Vorabend der heute beginnenden Messe NBAA-BACE in Las Vegas vorgestellt. Der Ultralangstreckenjet hat bereits die ersten Rollversuche unter eigener Kraft absolviert.

22.10.2019

Gulfstream Aerospace hat auf der NBAA-BACE 2019 die G700 erstmalig vorgestellt. © Gulfstream Aerospace

Es war eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse der Business Aviation: Die Gulfstream Aerospace Corporation aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia hat unter dem Schleier der Geheimhaltung an einem neuen Ultralangstreckenjet gearbeitet, der Gulfstream G700. Am Vorabend der heute in Las Vegas beginnenden Geschäftsluftfahrtmesse NBAA-BACE hat der Hersteller den Schleier des Geheimnisses um den von zwei Rolls-Royce Pearl 700 angetriebenen Jet gelüftet. Das neue Gulfstream-Flaggschiff heißt G700, und die ersten Exemplare sollen ab 2022 an Kunden übergeben werden.

Bei der Vorstellung des Flugzeugs auf dem Henderson Executive Airport südlich von Las Vegas zeigte Mark Burns, der Präsident von Gulfstream, ein Video, welches den ersten Prototypen des neuen Musters zeigt, der unter eigener Kraft Rollversuche durchführt. Auf der NBAA-BACE selbst zeigt Gulfstream ein 1:1-Mockup des Musters.

Die G700 rundet die Produktpalette von Gulfstream Aerospace nach oben ab. © Gulfstream Aerospace

Die G700 bietet ihren künftigen Nutzern eine Reichweite von 7.500 nautischen Meilen, umgerechnet 13.890 Kilometer bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0.85, beziehungsweise 6.400 nautische Meilen (11.853 Kilometer) bei Mach 0.90. Damit nimmt der neue Jet den Wettbewerb mit der Bombardier Global 7500 auf, die mit einer Reichweite von 7.700 nautischen Meilen der Business Jet mit der höchsten Reichweite weltweit ist.

Die Kabine wurde von Kunden definiert

„Die Gulfstream G700 übernimmt die besten Elemente unserer innovativsten Produkte und vereinigt sie mit mit den besten und fortschrittlichsten Technologien, um ein komplett neues Flugzeug zu schaffen, das Sicherheit, Komfort und Reichweite bei hoher Reisegeschwindigkeit verbindet“, sagte Burns. Die G700 sei das Ergebnis von jahrzehntelanger Forschung, teilte der Hersteller mit. Das Flugzeug die die höchste, breiteste und längste Kabine in der Industrie und verbinde diese mit großer Reichweite und hoher Geschwindigkeit. „Gulfstream hat eine lange Tradition darin, seinen Kunden zuzuhören, und die Kabine der G700 ist ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit“, sagte Burns.

Der neue Jet wird von zwei brandneuen Rolls-Royce Pearl 700-Triebwerken angetrieben, die von Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz stammen. Neue, von Gulfstream entwickelte Winglets, sollen neben anderen Maßnahmen dafür sorgen dafür, dass das neue Flaggschiff auch alle geforderten Leistungsparameter auch erreicht.

Die Systeme der G700 haben bislang schon über 14.000 Stunden in den Laboren des Herstellers absolviert. Die Bodenvibrationstests, die ersten Triebwerksläufe sowie alle strukturellen Tests, die vor dem Erstflug vorgeschrieben sind, hat das Muster bereits in Savannah erfolgreich abgehakt. Gulfstream hat mitgeteilt, dass die ersten fünf G700-Exemplare als Testflugzeuge sowie das erste Serienflugzeug in das Flugerprobunsgprogramm und das Nachweisprogramm für die Zulassung eingebunden werden. Die Produktion aller Testflugzeuge läuft bereits, so Gulfstream.

Volker K. Thomalla

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

1 Kommentar

  • Ammann Werner

    Guten Tag
    Hoffentlich wird es den Piloten im neuen G 700 nicht zu langweilig, mit ihren vielen Computer an Bord.
    Ich spreche da aus Erfahrung. Nach dem Lear Jet 24 D und 35 , DC 8/63, SE 210 Caravelle, alle MD 80 Typen bin ich dann auf den A 320 und 330 gekommen.
    Nach 2 Jahren wurde es mir zu langweilig auf diesem neuen Flugzeug. Nicht’s mehr zu tun, fängt schon beim Triebwerkstart an.
    Fragen sie mal einen jungen Copiloten etwas über ein Triebwerk . Sie erhalten nur eine oberflächlich Antwort und sehen einen oberflächligen Respekt.
    Mir hat mal ein Copi gesagt,… auf eine Frage betreff den vielen Kugel- und Rollenlager im Triebwerk eines A330 , dazu weit im Atlantic drausen …… oh Captain. An solche Sachen denke ich nie . Diese Triebwerke müssen jetzt einfach laufen !!
    Und auf diesen modernen Maschinen stundenlang zu fliegen, und nicht’s mehr machen zu müssen….. kein Abenteuer mit dem HF Radio um eine Nord Atlantic Bewilligung zu erhalten usw. Nein, das ist nur noch langweilig.
    Dann wurde ich noch Pic auf einem Gulfstream IV SP Juhu, wieder auf einem Flugzeug, das noch einen richtigen Piloten brauchte. Zwar auch schon mit FMS aber man brauchte noch immer seinen eigenen Computer im Kopf. Automatische Gashebel gut und recht, aber um eine Landung auf einer RWY mit 1500m Länge zu machen unbrauchbar
    Da gab es nur ein’s
    “ Füdlibacken zusammen drücken und die Gashebel mit der Hand bedienen, zusammen mit den Gehirn, dem IAS Indicator ( V App ) und mit den Augen und dem Armmuskel ! Welch ein Abenteuer.
    Die G IV war für mich wieder, wie eine MD 80 . Wunderbar, wie eine grosse Liebe.
    Noch zu mir : Ich habe über 23 540 Flugstunden . Davon 10000 als Copi. Auch das war eine schöne Zeit. Die Erfahrung wurde Stufe um Stufe immer grösser.
    Aber ok die NDB Zeit ist vorbei, aber mit dem GPS kann das jederman. Das ist keine Hexerei mehr. Noch ein guter Dispatcher dazu, und es fliegt wie von selbst.
    Mit Gruss W. Ammann

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