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BendixKing revolutioniert das Cockpit der Allgemeinen Luftfahrt

Leistungsfähiger, leichter und vernetzter: BendixKing hat auf der AERO 2019 in Friedrichshafen sein neues Avionikpaket AeroVue Touch vorgestellt, das mit einigen patentierten Neuheiten aufwartet.

11.04.2019

BendixKing hat auf der AERO 2019 in Friedrichshafen das AeroVue Touch-Cockpit vorgestellt. © Volker K. Thomalla

Weltpremiere auf der AERO 2019 in Friedrichshafen. Die Honeywell-Tochter BendixKing hat erstmalig ihr neues Avionikpaket AeroVue Touch Integrated FlightDeck vorgestellt. Aerobuzz.de hat sich das integrierte Glascockpit noch vor Messebeginn im Detail anschauen können. „Mit dem AeroVue Touch Integrated Flight Deck verfolgen wir einen ganz anderen technischen Ansatz“, sagte Gregg Cohen, der Präsident von BendixKing. „Intelligente Displays als Grundlage unserer Systemarchitektur haben es uns ermöglicht, die beste und fortschrittlichste Lösung zu entwickeln und dabei Komplexität, Gewicht und Kosten zu reduzieren.“

In Friedrichshafen hat BendixKing das (Class III) AeroVue Touch mit drei Bildschirmeinheiten mit einer Bildschirmdiagonalen von jeweils 10,1 Zoll (25,64 Zentimeter) aufgebaut. Das System ist aber auch mit nur zwei oder mit einer Bildschirmeinheit verfügbar. Für die im AeroVue Touch umgesetzte Technologie hat Honeywell mehrere Patente angemeldet. Mit einem Gewicht von 25,8 Kilogramm (57 pounds) ist es eines der leichtesten, wenn nicht das leichteste derzeit verfügbare Glascockpit mit drei Bildschirmen.

Kabellos in die Zukunft

Der Hersteller erreicht dies, indem er weitgehend auf Kabel verzichtet und die Elektronik weiter integriert. Statt meterlanger, schwerer Kablebäume verbinden sich die Einheiten per Bluetooth und/oder WiFi untereinander. Einzig auf die Kabel zur Stromversorgung kann der Hersteller (noch) nicht verzichten. Die Kühlung der Geräte erfolgt auch nicht per Ventilator, sondern mittels genau gefräster Kühlrippen auf der Geräterückseite und Lüftungsschlitzen im Gehäuse, die den Kamineffekt nutzen und so die Prozessoren vor Überhitzung schützen. Die „Smart Display-Technologie“, die mehrere Rechenmodule eliminiert, indem die Elektronik in das Display selbst integriert, sorgt für eine Reduzierung des Systemgewichtes um 30 bis 50 Prozent! Eine geringere Flugzeugmasse reduziert den Treibstoffverbrauch und erhöht die Reichweite des Fluggerätes.

Die Rückseite des neuen Avionikpaketes AeroVue Touch von BendigKing beeindruckt durch die geringe Einbautiefe und das Fehlen von Kabelbäumen. © Volker K. Thomalla

BendixKing bietet das Class III-Cockpitsystem derzeit für einen Einführungspreis von 99.000 US-Dollar an, was ein sehr aggressiver Preis ist. Flugzeughersteller können das System ganz nach ihrer Philosophie gestalten. Auch die Symbologie und die Farbgestaltung der Bildschirmanzeigen kann ein Flugzeughersteller, wenn er es wünscht, anpassen, sagte Stéphane Fymat, Vice President Marketing & product Management bei BendixKing im Gespräch mit Aerobuzz.

Die Konnektivität des AeroVue Touch soll ebenfalls neue Maßstäbe setzen. Unter anderem kann das System systemrelevante Daten des Flugzeugs in Echtzeit an eine Bodenstation streamen oder Navigations- und Wetterdaten empfangen. Da alle drei Einheiten des Systems unabhängig voneinander arbeiten, erreichen sie allein dadurch bereits eine Dreifach-Redundanz. Dadurch kann auch eine Einheit als Standby-Instrument dienen, was wiederum Gewicht spart.

BendixKing bietet das System aber nicht nur Herstellern von Neuflugzeugen an, sondern auch Flugzeugbetreibern, die es in bestehende Flugzeuge im Rahmen einer Cockpitmodernisierung nachrüsten wollen. Die FAA-Zulassung in den USA will der Hersteller im Juli dieses Jahres erreicht haben, mit einer Validierung durch die EASA in Europa rechnet BendixKing 60 bis 90 Tage später.

Volker K. Thomalla

 

 

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Über Volker K. Thomalla

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Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.

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