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Der Countdown für das EAA AirVenture läuft

In 20 Tagen beginnt auf dem Wittman Regional Airport das EAA AirVenture 2017. Neben Tausenden von Selbstbauflugzeugen können die Besucher in diesem Jahr auch einiges an "Schwerem Eisen" erleben.

Die B-29 "Doc" wird auf dem EAA AirVenture in Oshkosh mit der B-29 "Fifi" in Formation fliegen. © Steve Zimmermann

Das EAA AirVenture in Oshkosh ist die größte Airshow der Welt. In der Woche vom 24. bis zum 30. Juli ist der Flugplatz im Norden des US-Bundesstaates Wisconsin der Flugplatz mit den weltweit meisten Flugbewegungen. Traditionell kommen über 10.000 Flugzeuge zu dem Treffen der Experimental Aircraft Association (EAA), dem US-Verband der Amateurflugzeugbauer. Im vergangenen Jahr haben sich über eine halbe Million Besucher auf den Weg nach Oshkosh gemacht, um die Faszination Luftfahrt zu erleben und zu feiern. Die Airshow beeindruckt durch Masse und durch Klasse. Weltklasse-Airshow-Piloten wie Sean D. Tucker oder Patty Wagstaff zeigen in Oshkosh ein Programm der Spitzenklasse, aber auch hierzulande unbekannte Pilotinnen und Piloten wissen zu beeindrucken.

Das EAA AirVenture als Camper zu erleben, ist etwas Besonderes. © EAA

Flugzeuge sind in Oshkosh omnipräsent und üben einen Großteil der Faszination des Fly-ins aus. Aber das Treffen hat auch eine persönliche Seite. Das Gespräch mit Gleichgesinnten, die Lernerfahrung bei einem Vortrag oder eine Diskussion im Forumszelt oder die Lagerfeuer-Atmosphäre auf dem Campingplatz üben eine einzigartige Faszination aus wie bei keinem anderen Fly-in weltweit.

Bomber stehen 2017 im Vordergrund

In diesem Jahr dominieren große und schwere Militärflugzeuge das Geschehen am Himmel, denn die Veranstalter rücken Bomber in den Vordergrund. Die beiden weltweit einzigen flugfähigen B-29 Superfortress „Doc“ und „Fifi“ werden nach heutiger Planung am Freitag, den 28. Juli, im Formationsflug über dem Flugplatz ihre Kreise ziehen. Die B-29 „Doc“ wurde in jahrelanger Arbeit in Wichita restauriert und flugfähig gemacht. Die B-29 „Fifi“ gehört der Commemorative Air Force (CAF) am Meacham International Airport in Fort Worth, Texas und fliegt seit 1971 mit einer zivilen Registrierung. In Oshkosh besteht sogar die Möglichkeit, an Bord der „Fifi“ mitzufliegen. Plätze dafür müssen allerdings vorab online reserviert werden.

Ein weiteres Highlight aus der Abteilung „Heavy Iron“ sind eine ganze Reihe von North American B-25 Mitchell-Bomber. Die historischen Flugzeuge werden an den sogenannten „Doolittle Raid“ vom April 1942 erinnern, als 16 B-25 vom dem US-Flugzeugträger USS Hornet starteten und Tokio angriffen. Es war die erste offensive Aktion des US-Militärs nach dem Angriff auf Pearl Harbor. 2017 jährt sich der Angriff zum 75. Mal. Viele der historischen Flugzeuge wurden mit großer Mühe und viel Einsatz restauriert und fliegen heute in der Experimental-Klasse. Deswegen sind sie auch ein integraler Bestandteil der Experimental Aircraft Association.

Die Blue Angels der US Navy sind in Oshkosh

Auch das moderne US-Militär ist in Oshkosh mit seinen größten Flugzeugen vertreten. Alle drei Bomber-Typen: B-1, B-2 und B-52 werden auf dem EAA AirVenture in der Luft zu sehen sein. Sie werden auch im Formationsflug vorgeführt. Die ist nach Veranstalterangaben das erste Mal in der Geschichte der US Air Force, dass eine solche Formation auf einer zivilen Air Show auftritt.

Die US Navy ist prominent mit ihrer Kunstflugstaffel „Blue Angels“ vertreten. Zu den beeindruckendsten Vorführungen gehört immer der Start der Blue-Angels-C-130-Begleitmaschine „Fat Albert“, die von Starthilfsraketen nach extrem kurzer Startstrecke quasi in die Luft katapultiert wird.

Die Workhorse Group hat auf der Paris Air Show ihr neues Fluggerät vorgestellt. Jetzt wird es auch in Oshkosh präsentiert. © Workhorse Group

Aber auch kleinere und leisere Flugzeuge werden die Besucher des Luftfahrt-Festivals in ihren Bann ziehen. Im Innovation Center des Fly-ins können die Besucher einen Blick in die nahe Zukunft der Luftfahrt erhaschen. Drohnen, teilautonom fliegende Fluggeräte, Avionik und andere Neuheiten zeigen, was die Zukunft für die Luftfahrt bereit hält. Unter den vielen Highlights des Innovation Centers seien nur zwei beispielhaft herausgezogen: Der elektrische Hubschrauber SureFly, der auf der Paris Air Show im Juni erstmalig vorgestellt wurde, gibt in Oshkosh sein US-Debüt. Das ungewöhnlich aussehende Fluggerät wird von insgesamt acht Rotoren durch die Luft bewegt. Der Hersteller Workhorse Group bietet das Gerät für den Transport von Personen und von Fracht an. Ein Gesamtrettungssystem sorgt für eine sichere Landung, sollten die normalen Antriebe einmal versagen.

Aus Deutschland kommt die von einem Siemens-Elektromotor angetriebene Extra 330LE, das erste kunstflugtaugliche Elektroflugzeug. Im Gegensatz zu den Bombern und großen Warbirds fällt es nicht durch große Lautstärke auf, sondern durch geringe Geräuschentwicklung.

Volker K. Thomalla 

 

Über Volker K. Thomalla

Volker K. Thomalla ist Chefredakteur von aerobuzz.de. Er berichtet seit über 30 Jahren als Journalist über die Luft- und Raumfahrt. Von 1995 bis 2016 leitete er als Chefredakteur die Redaktion aerokurier, von 2000 bis 2016 zusätzlich die Redaktionen FLUG REVUE und Klassiker der Luftfahrt. Thomalla ist seit 2016 Chefredakteur des englischsprachigen Business-Aviation-Magazins BART International. Er hat mehrere Bücher über die Luftfahrt geschrieben und als Privatpilot auch praktische Flugerfahrung gesammelt.
Journaliste chez Aerobuzz.fr

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